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Die Aktivisten haben sich den Mund mit schwarzen Tüchern verbunden, auf denen das Logo des Milchkonzerns prangt. Am vergangenen Mittwoch hatte das Landesgericht Köln auf Antrag der Unternehmensgruppe Theo Müller GmbH & Co. KG eine einstweilige Verfügung gegen Greenpeace erlassen, worin uns die Verwendung bestimmter Begriffe und Slogans sowie einer satirischen E-Card untersagt wurde. Die Tatsache, dass Kühe Gen-Futter zu fressen bekommen, deren Milch bei Müller verarbeitet wird, wurde von Müller nicht bestritten.

Es besteht kein Zweifel daran, dass Müllermilch-Kühe mit Gen-Pflanzen gefüttert werden. Unstrittig ist auch, dass Gen-Rückstände in den Milchproben eines hessischen Landwirtes gefunden wurden, der Gen-Soja und Gen-Mais verfüttert, sagt Greenpeace-Gentechnikexperte Christoph Then.

Ein von Greenpeace veröffentlichter Bericht des Forschungszentrums für Milch und Lebensmittel in Weihenstephan/Bayern zeigt, dass beim Einsatz von Gen-Futter damit gerechnet werden muss, dass Bestandteile von Gen-Pflanzen auch in der Milch zu finden sind.

Es ist bestürzend, dass die hessische Landesvereinigung für Milch und Milcherzeugnisse, die Auftraggeber der Untersuchung war, diese Ergebnisse nicht weiter verfolgt, sondern unter Verschluss gehalten hat, sagt Then.

Unwahre Behauptungen der Forscher vor Gericht

Forscher der Technischen Universität Weihenstephan hatten vor dem Kölner Landgericht behauptet, dass die damaligen Befunde bereits nachuntersucht worden wären. Sie verwiesen dabei auf andere Studien, die in Fachzeitschriften veröffentlicht worden waren. Eine Prüfung der vorgelegten Studien zeigt, dass dies eine unwahre Behauptung ist.

Der Landwirt, dessen Milchproben untersucht wurden, hatte jahrelang Gen-Mais und Gen-Soja an seine Milchkühe verfüttert. Diese angeblichen Kontrollstudien wurden nur über kurze Zeiträume, zum Teil mit anderen Gen-Pflanzen und teilweise bereits vor der Untersuchung der Milchproben in Hessen durchgeführt, erklärt Christoph Then. Weder der Milchverband noch die Wissenschaftler hielten es für nötig, auf dem fraglichen Hof noch einmal Proben zu nehmen. Es wurden auch keine vergleichbaren Langzeitstudien gestartet.

Europa sagt Nein zu Gentechnik im Essen

Zeitgleich zu den Protesten gegen Müllermilch zeigte Greenpeace am Sonnabend, dass der Widerstand gegen Gen-Nahrung in ganz Europa ungebrochen ist. Mit der Botschaft Europe says NO to GMOs in food, feed and fields (Europa sagt Nein zu Gentechnik im Essen und auf dem Acker), demonstrierten Aktivisten in Portugal, Polen, Österreich, Italien, Frankreich, Spanien, Dänemark, Schweden, Ungarn, Luxemburg, Slowenien und Tschechien gegen Gentechnik.

Im letzten Jahr wurden etwa 20 Millionen Tonnen gentechnisch verändertes Soja nach Europa eingeführt, die zu über 80 Prozent in Futtermitteln verwendet wurden. Fleisch, Milch und Eier, die von Tieren stammen, die mit Gen-Soja gefüttert werden, müssen derzeit in der EU nicht deklariert werden. Greenpeace fordert, dass diese Kennzeichnungslücke so rasch wie möglich geschlossen wird.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.muell-milch.de

Sie sind Landwirt und suchen nach gentechnikfreien Futteralternativen bei der Tierhaltung? Wissenswertes bieten Ihnen unsere Seiten.

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