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Was der neu gewonnenen Erkenntnis allerdings zusätzliche Brisanz verleiht, ist die weite Verbreitung von gentechnisch manipulierten Nutzpflanzen in den USA. Im Süden des Landes werden zu 80 Prozent Gen-Baumwollpflanzen angebaut, die ein bakterielles Giftgen (Bt) enthalten, dass vor dem Schädling schützen soll. Um zu verhindern, dass der Kapselbohrer gegen das Gift unempfindlich (resistent) wird, haben die Bauern die Auflage, neben den Gen-Baumwollfeldern auch noch Streifen mit herkömmlicher Baumwolle zu bepflanzen. Dorthin sollen sich die Schädlinge zurückziehen können, ohne dem Gift ausgesetzt zu sein. Dadurch soll die Resistenzbildung ausbleiben oder stark verzögert werden.

Im Labor konnten die Forscher schon zeigen, dass der Kapselbohrer, bei ständigem Kontakt zu dem Bt-Gift bald resistent wird. Nun fürchten sie, dass genau diese Situation auch außerhalb des Labors eintritt. Während die weiten Maisfelder bisher wie ein riesiges Rückzugsgebiet wirkten, da kaum Gen-Mais angebaut wurde, dürfte in der Zukunft der Anteil von Bt-Mais rapide ansteigen. Dadurch ist der Schädling, der auch Mais-Ohrwurm genannt wird, dem Gift im Sommer ebenfalls ausgesetzt. Wenn 90 Prozent des Mais' im Mittleren Westen genmanipuliert ist, könnte es brenzlig werden, sagte der Forscher Fred Gould gegenüber der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature. (mir)

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