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Vertreter von über 300 europäischen Umwelt-, Verbraucherschutz- und Bauernverbänden haben am Montag zu Beginn der EU-Landwirtschaftsminister- tagung in Luxemburg die Petition SOS - Safe our Seeds an die EU-Kommissare Fischler (Landwirtschaft) und Byrne (Verbraucherschutz) überreicht. Die beiden EU-Politiker sollen sich für die zukünftige Reinheit herkömmlichen Saatgutes einsetzen. Weiterhin fordern die Unterzeichner, daß die Verantwortung für die Reinhaltung des Saatgutes bei denjenigen liegen müsse, die gentechnisch veränderte Sorten herstellen oder anbauen. Neben den Verbänden wird die Petition von 70.000 Einzelunterzeichnern getragen.

Noch ist Saatgut in Europa weitgehend gentechnikfrei. Den EU-Landwirtschaftsministern liegt jedoch der Entwurf einer EU-Richtlinie zur Abstimmung vor, in der die Grenzwerte für die zulässige Verunreinigung von Saatgut je nach Pflanzenart bei 0,3 bis 0,7 Prozent festgeschrieben werden sollen. Eine entsprechende Kennzeichnungspflicht des Saatguts ist jedoch nicht geplant. Wird die Richtlinie wie vorgesehen verabschiedet, besteht die Gefahr, dass konventionelles Saatgut mit genmanipulierten Saatkörnern verunreinigt wird.

Die EU-Kommission ist drauf und dran, der Gentechnik-Industrie die Lizenz zum Verunreinigen der europäischen Landwirtschaft zu geben, obwohl die überwiegende Mehrzahl der Konsumenten und Bauern Gentechnik in der Landwirtschaft ablehnen, so Benedikt Härlin, Initiator der Petition. Allein beim Anbau von Mais und Raps könnten innerhalb kürzester Zeit bis zu sieben Milliarden gentechnisch veränderte Pflanzen EU-weit unkontrolliert ausgesät werden. Damit wäre nicht mehr nachvollziehbar, auf welchen Anbauflächen Gen-Pflanzen wachsen.

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