Skip to main content
Jetzt spenden
Raps
© Joerg Modrow / Greenpeace

Monsanto darf für Kontaminierung kassieren

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Der Farmer Percy Schmeiser hat in letzter Instanz gegen den US-Gentechnikkonzern Monsanto denkbar knapp verloren. Der Oberste Gerichtshof Kanadas hat am Freitag mit fünf zu vier Stimmen gegen Schmeiser entschieden. Damit endet eine gerichtliche Auseinandersetzung, die 1998 mit einer Klage von Monsanto begann.

Bereits 1997 hatte Schmeiser unter seinem herkömmlichen Raps pestizidresistente Pflanzen entdeckt. Offenbar war es zur Verunreinigung seines Saatgutes gekommen. Er nimmt an, das der Gen-Raps durch Einkreuzungen von benachbarten Gen-Feldern oder durch Verschleppungen auf seine Felder gelangte. Samen dieses kontaminierten Rapses baute Schmeiser im folgenden Jahr an, ohne eine Lizenz von Monsanto zu erwerben. Außerdem verkaufte er Saatgut aus der neuen Ernte. Monsanto sah darin einen Verstoß gegen seine Patentrechte und verklagte den Farmer.

"Das ist eine schlechte Nachricht für die Landwirte weltweit", kommentiert Henning Strodthoff, Gentechnikexperte bei Greenpeace, das Urteil. "Monsantos Gen-Raps verseucht seit Jahren die Felder im westlichen Kanada, weil es unmöglich ist, den Gen-Pollen aufzuhalten. Monsanto hat eine unkontrollierbare Pflanze eingeführt, ohne gegenüber den Landwirten oder der Öffentlichkeit dafür verantwortlich zu sein. Mit dem Urteil werden Bauern Monsanto ausgeliefert: Ohne die Kontamination verhindern zu können, sollen Bauern plötzlich Gebühren für Gen-Pflanzen bezahlen, die sie nie auf ihren Äckern haben wollten."

Der Fall zeige exemplarisch, welche Folgen ein zügelloses Patentrecht haben kann. Und er macht deutlich, welche Gefahr von Firmen wie Monsanto ausgeht, wenn sie je die Herrschaft über das Saatgut erlangen sollten. "Unsere Antwort kann nur sein, dass wir weiter für ein Stopp von Patenten auf Leben streiten werden!", so Strodthoff weiter.

Ende der Gallerie

Petition

https://act.greenpeace.de/umsteuern

0% Mehrwertsteuer auf pflanzliche Lebensmittel!

Einkommensschwachen Haushalten helfen und das Klima schützen: Fordern Sie Bundesfinanzminister Lindner auf, die Mehrwertsteuer auf pflanzliche Lebensmittel abzuschaffen!

Jetzt unterzeichnen

0% vom Ziel erreicht

0 haben mitgemacht

0%

Mehr zum Thema

Protest Against Food in Fuel in Berlin

Wie sich die Agrarindustrie in der Krise bereichert

  • 28.02.2023

Die größten Agrarkonzerne der Welt haben seit 2020 mehr Milliardengewinne gemacht als es bräuchte, um die Grundbedürfnisse der Ärmsten der Welt zu decken.

mehr erfahren
Tisch gedeckt mit vegetarischem Essen

Obst und Gemüse von der Mehrwertsteuer befreien!

  • 20.01.2023

Pflanzliche Lebensmittel von der Mehrwertsteuer zu befreien, wäre gut für das Klima, die Gesundheit und würde Verbraucher:innen finanziell entlasten.

mehr erfahren
Martin Kaiser vor einem Kalb im Stall

Wir brauchen eine Umverteilung

  • 18.01.2023

Greenpeace-Geschäftsführer Martin Kaiser spricht im Interview vor der Wir-haben-es-satt-Demo über die Bedeutung einer klimagerechten Agrarwende.

mehr erfahren
Cem Özdemir

Starke Worte - schwache Taten

  • 07.12.2022

Nach einem Jahr Landwirtschaftsministerium unter grüner Leitung ziehen wir Bilanz - hat die Agrarpolitik unter Cem Özdemir Fortschritte in punkto Tierwohl, Anbau, und Klimaschutz gemacht?

mehr erfahren
Dirk Zimmermann

Zum Tod von Dirk Zimmermann

  • 09.08.2022

Am 3. August 2022 ist unser Kollege und Freund Dirk Zimmermann viel zu früh, viel zu jung nach schwerer Krankheit gestorben. Ein Nachruf.

mehr erfahren
Dokumentation der Zubereitung von Bio-Mahlzeiten in einem Kindergarten in Altona, Hamburg. Die Mahlzeiten, Frühstück und Mittagessen, werden in einer Küche vor Ort zubereitet. Die Kinder helfen bei der Zubereitung und dem Servieren der Speisen und essen dann gemeinsam in Gruppen.

Warum Städte künftig mehr Bio-Essen anbieten wollen

  • 22.02.2022

Den Anteil an Bio-Lebensmitteln in öffentlichen Kitas, Schulen und städtischen Kantinen wollen 20 von 27 Städten in Deutschland mit konkreten Zielen erhöhen. Das ergab eine Abfrage von Greenpeace.

mehr erfahren