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So frustrierend kann internationale Diplomatie sein: Nur Minuten vor Schluss der Konferenz ergriff der Vertreter Mexikos, Victor Manuel Villalobos das Wort. Mit wenigen Sätzen führte er vier Tage lange Diskussionen über die Regeln zur Kennzeichnung von genmanipulierten Produkten ad absurdum. Mexiko müsse, so Señor Villalobos, darauf bestehen, dass die Kennzeichnung nicht verpflichtend sei, sondern lediglich gewünscht werde.

Selbst die eigene Delegation wurde von Villalobos Ankündigung offenbar überrascht. Versuche Norwegens und einiger afrikanischer Staaten, ihn umzustimmen blieben erfolglos. Um das Bild abzurunden, stellte sich Villalobos am Freitag zur Wahl als lateinamerikanischer Vertreter im Komitee, dass die Einhaltung der verabschiedeten Regeln überwachen soll. Die Biotech-Industrie, deren Geschäft er in Kuala Lumpur so vortrefflich besorgt hat, hätte sicher gerne einen der ihren in dem Komitee.

Die jetzt verabschiedeten Regeln sind nicht ausreichend, um die Umwelt und die Nahrungskette vor Verunreinigung zu schützen, sagt Doreen Stabinsky, Leiterin der Greenpeace Delegation in Kuala Lumpur. Aber sie sind ein wichtiger erster Schritt, den die Regierungen sofort umsetzen sollten.

Immerhin waren sich die Delegationen einig, was Exportländer künftig auf ihren Waren anzugeben haben. In Zukunft müssen auf alle Nahrungsmittelexporte der wissenschaftliche Name sowie die Merkmale der darin enthaltenen gentechnisch veränderten Organismen (GVO) aufgedruckt werden. Außerdem einigten sich die Staaten auf einen Rahmenplan für die Regelung von Regressansprüchen.

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