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Zwei Kletterer von dem Greenpeace-Schiff Arctic Sunrise hatten sich seit Freitagmorgen um 6.50 Uhr an die Ankerkette der Ikan Altamira gekettet. Sie entrollten dabei ein Transparent auf dem zu lesen war: Stop forced trade (Stoppt aufgezwungenen Handel). Die Ladung von 40.000 Tonnen mit Gentechnik verunreinigtem Mais, sollte in Veracruz, dem größten Hafen Mexikos, entladen werden.

Der Kapitän der Ikan Altamira sagte am Samstagabend vor laufender Kamera: Ich habe die Anweisung bekommen, den Ankerplatz in Veracruz zu verlassen und in die USA zurück zu kehren.

Ulrike Brendel, Gentechnik-Expertin von Greenpeace Deutschland kommentiert diesen Schritt: Der Kapitän oder wer auch immer ihn angewiesen hat umzudrehen, hat die richtige Entscheidung getroffen für die Umwelt, die mexikanischen Landwirte und die Verbraucher.

Es ist unverantwortlich, Mexikos Maisvielfalt und eines der weltweit wichtigsten Nahrungsmittel der Verschmutzung durch Gen-Mais preiszugeben. Dabei geht es nicht nur um die Umwelt, sondern auch um die Kultur und die Lebensgrundlage der mexikanischen Bauern, Brendel weiter. Den schon 2001 wurden trotz des Anbau-Verbots im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca traditionelle Maissorten gefunden, die gentechnisch verunreinigt waren.

Während die WTO im mexikanischen Cancún tagt und versucht, mit ihrer so genannten Freihandelsagenda internationale Umweltabkommen zu unterlaufen, hat Greenpeace mit der Zurückweisung der Maisladung das Biosafety-Protokoll in die Praxis umgesetzt.

Jetzt muss die mexikanische Regierung die Einfuhr von Gen-Mais grundsätzlich verbieten, fordert Ulrike Brendel. Mit Inkrafttreten des Biosafety-Protokolls am 11. September 2003 verpflichten sich die Länder, Maßnahmen zu ergreifen, um die Umwelt, die biologische Vielfalt und die menschliche Gesundheit vor den Gefahren der Gentechnik zu schützen. Dazu können sie den Import von genmanipulierten Organismen verbieten. In Mexiko ist es bereits früher zu Kontaminationen des einheimischen Maises gekommen.

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