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Alle 17 zugelassenen Maissorten des Gentechnikgiganten Monsanto sind insektenresistente Varianten, die den Schaden des Maiswurzelbohrers eingrenzen sollen. Die EU-Kommissare nahmen mit der heutigen Entscheidung die Gen-Maissorten in den europäischen Saatgutkatalog auf.

Diese Entscheidung geht gegen die Verbraucher und Landwirte, kritisiert Alexander Hissting, Gentechnik-Experte bei Greenpeace. Der Anbau von Gen-Mais soll möglich sein, obwohl die EU-Länder noch nicht geregelt haben, wie Gentechnik-Felder und herkömmliche Felder nebeneinander bewirtschaftet werden sollen. Schließlich gefährdet Gen-Mais die gentechnikfreie Landwirtschaft.

Zur Abstimmung stand auch ein von Umweltkommissarin Margot Wallström vorgelegte Entwurf. Er sah vor, dass Mais- und Rapssaatgut zukünftig bis zu 0,3 Prozent durch Gen-Samen kontaminiert werden darf. Ein Grund für die Vertagung einer Entscheidung waren die unterschiedlichen Standpunkte der einzelnen Kommissare. Der Kommissionspräsident Romano Prodi wies auf das Fehlen einer sorgfältigen Beurteilung möglicher Folgen hin.

Neuer Beschluss durch neue Kommission?

Die EU-Kommission hat mit der Zurückstellung des Beschlusses anerkannt, dass ihre Vorschläge nicht richtig durchdacht sind, sagt Eric Gall, Sprecher des EU-Büros von Greenpeace. Es ist eine weise Entscheidung den komplexen Sachverhalt der Saatgut-Kontaminierung und des Nebeneinanders von herkömmlicher und Gen-Landwirtschaft von der nachfolgenden EU-Kommission erneut bearbeiten zu lassen.

Gall weiter:Wir drängen die neuen Kommissare dazu, mit stärkerem Verantwortungsbewusstsein zu handeln und die Grenzwerte für Saatgut auf die Nachweisgrenze von 0,1 Prozent festzusetzen. Nur dadurch wird die Wahlfreiheit der Konsumenten gesichert.

Die Amtszeit der jetzigen EU-Kommission endet am 31. Oktober. Mit ihr wechselt auch der zuständige Agrar-Kommissar. Ab November übernimmt dieses Amt Mariann Fischer-Boel aus Dänemark. Sie ersetzt Franz Fischler, der den heute vertagten Vorschlag unterstützte. Frau Fischer-Boel dürfte die noch ausstehende Bestimmung der Grenzwerte kritischer betrachten. Sie forderte bereits als dänische Agrarministerin von der EU einen Grenzwert von 0,1 Prozent. (kab)

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