Skip to main content
Jetzt spenden

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Vor dem EU-Ministerratsgebäude protestierten rund 20 Greenpeace-Aktivisten gegen den kommerziellen Anbau genmanipulierter Pflanzen in Europa. Die Aktivistinnen und Aktivisten hatten einen drei Meter großen Mais-Roboter aufgestellt, der die Fehlkonstruktion des Gen-Maises symbolisiert. Auf Transparenten forderten sie Stop GMO Invasion.

Der Ministerrat befasste sich mit einem Antrag Österreichs, der die Anbaugenehmigung des Gen-Maises MON 810 des US-Gentechnikgiganten Monsanto infrage stellt. Mit ihrer Erklärung sandten die 14 Länder ein starkes Signal an die neue EU-Kommission aus, die darauf jetzt reagieren muss.

Stein des Anstoßes: Der von dem US-Saatgutkonzern vorgelegte Überwachungsplan für den Anbau seines Gen-Maises erfüllt nicht die gültigen EU-Anforderungen.

Der Anbau des Gen-Maises MON 810 muss verboten werden. Es gibt zahlreiche Risiken, die nicht ausreichend geprüft wurden, sagt Christoph Then, Gentechnikexperte von Greenpeace. Solange die EU sich nicht um die Sicherheit von Umwelt und Verbrauchern kümmert, müssen die EU-Länder den Risiko-Mais selbst verbieten.

Ungarn hat bereits im Januar den Anbau des MON 810 verboten. Polen und die Slowakei planen derzeit ein nationales Verbot des Gen-Maises. Greenpeace fordert die deutsche Regierung auf, sich anzuschließen.

EU gibt sich mit unzureichendem Überwachungsplan zufrieden

Ein Überwachungsplan ist Voraussetzung für eine EU-Anbaugenehmigung. Monsanto hatte 1996 einen ersten Überwachungsplan eingereicht und 1998 eine Anbaugenehmigung nach der damals gültigen EU-Richtlinie erhalten.

Die heute gültige EU-Richtlinie 2001/18 schreibt jedoch eine viel umfassendere wissenschaftliche Beobachtung der angebauten Gen-Pflanzen vor. Obwohl Monsanto nur seinen alten Überwachungsplan vorgelegt hatte, genehmigte die EU-Kommission im September 2004 trotzdem den europaweiten Anbau des Gen-Maises.

Neueste Studien zeigen vielfältige Gefahren

Nach der Erstzulassung erschienene Studien zeigen jedoch eine Reihe von Gefahren. Der Gen-Mais produziert das so genannte Bt-Gift, ein Insektengift, mit dem er schädliche Insekten wie den Maiszünsler abtötet. Dieses Gift kann ebenfalls die Raupen geschützter Schmetterlinge, wie dem Tagpfauenauge, aber auch nützliche Insekten schädigen.

Das Gift landet über die Wurzeln im Boden und schädigt Bodenorganismen. Viele Kühe fressen täglich mit ihrem Futter Gen-Pflanzen. Fest steht: Sogar mit dem Tierkot wird das Gift ausgeschieden und kann sich so auf Weideflächen verbreiten. Der Gen-Mais zeigte im Freisetzungsversuch zudem ungewollte und unerwartete Veränderungen zum Beispiel der Geruchsstoffe und des Holzanteils.

All diese Effekte wurden weder von den EU-Behörden überprüft noch sind sie im Überwachungsplan von Monsanto berücksichtigt. Nach dessen Plan wird nur untersucht, ob der Maiszünsler mit der Zeit gegen das Bt-Gift widerstandsfähig wird. (mir)

Mehr zum Thema

Organic Meals at Kindergarten in Hamburg

Warum Städte künftig mehr Bio-Essen anbieten wollen

  • 22.02.2022

Den Anteil an Bio-Lebensmitteln in öffentlichen Kitas, Schulen und städtischen Kantinen wollen 20 von 27 Städten in Deutschland mit konkreten Zielen erhöhen. Das ergab eine Abfrage von Greenpeace.

mehr erfahren
GP1SUQSD Urban Ecological Farming in Auckland

Neue Gentechnik: Positionen des Lebensmittelhandels

  • 31.01.2022

Bisher ist die gentechnikfreie Landwirtschaft in Europa eine Erfolgsgeschichte. Doch mit der Freiheit, sich bewusst gegen Gentechnik im Essen entscheiden zu können, könnte es bald vorbei sein.

mehr erfahren
Protest Against New Pig Farm in Alt Tellin

Umsetzung der EU-Agrarreform – ein Kommentar

  • 16.12.2021

Der Bundesrat besiegelt die nationale Umsetzung einer EU-Agrarreform, die diesen Namen nicht verdient. Milliarden Steuergelder werden ziellos verschwendet. Was die neue Bundesregierung nun tun muss.

mehr erfahren
Cem Özdemir

Landwirtschaftsminister Cem Özdemir - eine Analyse

  • 08.12.2021

Das Landwirtschaftsministerium steht nach fast zwei Jahrzehnten zum zweiten Mal unter grüner Leitung. Was nun zu tun ist - ein Interview mit Martin Hofstetter, Landwirtschaftsexperte von Greenpeace.

mehr erfahren

Bundesbehörde auf Abwegen

  • 04.10.2021

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit schützt die Gentechnik-Industrie statt die Verbraucher:innen.

mehr erfahren

Aussitzen statt Umsetzen

  • 05.08.2021

Seit 2005 führen Unionspolitiker:innen das Bundeslandwirtschaftsminsterium. Landwirt:innen, Klima und Umwelt sind die Verlierer:innen dieser Ära des Stillstands.

mehr erfahren