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In einer Pressemitteilung vom 8. September 2004 hatte der damals zuständige EU-Kommissiar David Byrne behauptet, Monsanto hätte seine Risikoforschung verbessert: Es würde ein aktualisierter Überwachungsplan vorliegen, der der Rahmenrichtlinie 2001/18 genüge und dieser sei von den Mitgliedsstaaten der EU akzeptiert. Nachfragen bei Behörden in Deutschland, Dänemark und Österreich haben jedoch ergeben, dass dieser Plan nicht vorliegt.

Das einzige Dokument von Monsanto ist ein Papier aus dem Jahr 1995. Dem Jahr, in dem erstmals ein Antrag auf Zulassung des Gen-Mais in der EU gestellt wurde. Dieses wurde zwar geringfügig geändert, entspricht aber nicht der EU-Norm. Gemäß der EU-Richtlinie 2001/18 müssen beim Anbau von Gen-Saaten Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit kontinuierlich überwacht werden.

Das Monsanto-Papier, in dem lediglich die Entstehung von Resistenzen bei den schädlichen Insekten (so genannter Maiszünsler) erörtert wird, berücksichtigt jedoch keine der Gefahren, die von diesem Mais für Mensch und Umwelt ausgehen können.

Trotz dieses Verstoßes hat die EU-Kommission im September 2004 die Aufnahme des Gen-Maises als erstes gentechnisch verändertes Saatgut in den Sortenkatalog der EU genehmigt. Damit kann die Gen-Pflanze in der EU verkauft werden.

Die EU-Kommission hat ihre Mitgliedsstaaten durch falsche Informationen in die Irre geführt, sagt Christoph Then, Gentechnikexperte von Greenpeace. Damit untergräbt die Kommission die derzeit geltenden Sicherheitsstandards der Europäischen Union. In Deutschland darf unter diesen Voraussetzungen kein Gen-Mais ausgesät werden.

Jetzt ist Minsterin Künast gefordert

Greenpeace-Aktivisten des Team50plus forderten daher heute Verbraucherministerin Renate Künast in Berlin mit einem Stopp-Gen-Mais-Schild auf, die Konsequenz aus der fehlenden Risikokontrolle zu ziehen. Etwa 100 Landwirte wollen dieses Jahr in Deutschland Gen-Mais anbauen. Bedenkenswert dabei: Bereits im vergangenen Jahr wurde fast ausschließlich Gen-Mais von Monsanto im deutschen Erprobungsanbau ausgebracht.

Der Anbau von Gen-Pflanzen in Deutschland wird jetzt zur Nagelprobe für Bundesverbraucherministerin Künast. Dabei könnte Sie sich ein Beispiel an Ungarn nehmen. Bereits im Januar hat das ungarische Landwirtschaftsministerium Einfuhr und Anbau von Mon810 untersagt.

Die europäische Gesetzgebung erlaubt nationalen Regierungen, Maßnahmen gegen den Anbau von Gen-Pflanzen zu ergreifen. Voraussetzung dabei ist, dass neuste wissenschaftliche Erkenntnisse eine Gefährdung von Mensch und Umwelt nicht ausschließen können.

Der Gen-Mais MON810 enthält ein so genanntes Bt-Gift, das die Pflanzen vor Insektenfraß schützen soll. Jüngste wissenschaftliche Publikationen zeigen ein alarmierendes Spektrum möglicher negativer Auswirkungen dieser Gen-Pflanzen. So kann sich das Gift im Boden anreichern und geschützte Insekten gefährden.(mir)

Wir haben für Sie die entscheidenden Passagen aus den gesetzlichen Regelungen zum Nachlesen zusammengefasst:

analyse_schutzwaelder_mittelgebirge.pdf

analyse_schutzwaelder_mittelgebirge.pdf

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