Skip to main content
Jetzt spenden

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Die Entscheidung der EFSA kann nur als unverantwortlich bezeichnet werden. Denn im März 2007 haben französische Wissenschaftler eine Studie vorgelegt, nach der ein konkreter Verdacht für gesundheitliche Risiken durch MON863 besteht. Die Wissenschaftler werteten herstellereigene Daten aus Fütterungsversuchen mit Ratten aus und kamen zu dem Schluss, dass der Gen-Mais gefährlich sein kann. Unter anderem gibt es einen konkreten Verdacht auf die Schädigung von Leber und Nieren.

Die Zulassungsstelle handelt fahrlässig, da sie konkreten Hinweisen auf mögliche gesundheitliche Risiken durch Gen-Mais nicht nachgeht, sagt Christoph Then, Gentechnik-Experte von Greenpeace. Der Schutz der Verbraucher steht in der EU hinter den wirtschaftlichen Interessen der Gen-Konzerne. Seit ihrer Gründung hat die EFSA immer die Position der Industrie vertreten. Die Behörde verlässt sich meist komplett auf die Angaben der Industrie und hat in vielen Fällen sogar konkrete Bedenken von Experten verschiedener EU-Regierungen ignoriert.

EU muss Verbraucher vor Gen-Pflanzen schützen

Bei Abstimmungen über Empfehlungen der EFSA wurde noch nie eine ausreichende Mehrheit unter den EU-Mitgliedsländern erreicht, um Gen-Saatgut auf dem europäischen Markt zuzulassen. Nur durch das Votum der EU-Kommission gelangten Produkte aus Gen-Mais und Gen-Raps in die EU. Aber auch die Kommission hatte bereits im April 2006 höhere Standards von der EFSA gefordert. Unter anderem hatte sie wiederholt Langzeituntersuchungen gefordert, allerdings ist bisher noch nichts Konkretes passiert.

Um die Verbraucher zu schützen, muss die EU-Kommission den Anbau und die Zulassung von genmanipulierten Pflanzen in der EU stoppen. Zusätzlich muss die Arbeit der EFSA radikal reformiert werden. Wir brauchen mehr unabhängige Untersuchungen von gentechnisch veränderten Pflanzen.

Greenpeace-Aktivisten forderten vor Ort die EU-Umweltminister auf, bei ihrem Treffen eine Initiative Österreichs zu unterstützen und höhere Standards für die Risikobewertung von Gen-Saatgut einzuführen. Die Umweltminister haben so die Chance Verantwortung für ihre Bürger zu übernehmen und die gesetzlich vorgeschriebene Vorsorgepflicht in die Praxis umzusetzen.

Stellungnahme

Stellungnahme

5 | DIN A4

1.15 MB

Herunterladen

Mehr zum Thema

Protest gegen illegale Gen-Pflanzen in Rumänien und Frankreich

  • 28.08.2020

Wer mit dem LKW am Mittwochmorgen die rumänische Insel Braila verlassen wollte, musste zunächst eine Dekontaminierungsstation passieren. 30 Greenpeace-Aktivisten hatten die Kontrolle über den Fährhafen übernommen und die Donauinsel unter Quarantäne gesetzt. In den LKW befand sich illegal angebaute Gen-Soja. Zur gleichen Zeit protestierten auch in Frankreich Greenpeace-Aktivisten gegen illegalen Gen-Maisanbau.

mehr erfahren

Patent auf die Milchkuh? Einspruch!

  • 28.08.2020

So unglaublich es klingt: Im Januar 2007 wurde vom Europäischen Patentamt (EPA) in München ein Patent auf Milchkühe erteilt. Dagegen hat Greenpeace am Mittwoch gemeinsam mit einem Bündnis aus Milchviehhaltern, Bauern und anderen Verbänden Einspruch eingelegt.

mehr erfahren
Arc-de-Triumph in-Paris

Stoppt Gen-Mais - Greenpeace auf dem Arc de Triomphe

  • 28.08.2020

Greenpeace-Aktivisten haben am Dienstagmorgen ein großes Banner mit der Aufforderung Ban GMO´s NOW am Arc de Triomphe in Paris aufgehängt. Sie fordern von der französischen Regierung, gentechnisch veränderte Organismen zu verbieten. Diese wird vorausichtlich innerhalb der nächsten Tage über den künftigen Umgang mit gentechnisch verändertem Saatgut entscheiden. Noch ist völlig offen, wie die Entscheidung ausfällt.

mehr erfahren
Illegal GMO Rice

Gentechnik auf dem Feld: Eine unkontrollierbare Gefahr

  • 28.08.2020

Mindestens 1,2 Milliarden US-Dollar Schaden - das ist die Bilanz des Gen-Reisskandals von 2006. Zu diesem Ergebnis kommen unabhängige Ökonomen in einem am Dienstag von Greenpeace International veröffentlichten Report. 2006 waren in US-Reisbeständen Spuren der Gen-Maisvariation LL601 von Bayer gefunden worden. Der Skandal hat die größte Finanz- und Handelskrise in der Geschichte der US-Reisindustrie ausgelöst. Auch Deutschland könnte ein solches Desaster drohen.

mehr erfahren
Maisschilder mit Fragezeichen versehen auf einem Mais-Feld, September 2002

Gen-Mais: Lackmustest für Minister Friedrich

  • 25.11.2019

Bis Anfang Februar müssen Bundeslandwirtschaftsminister Friedrichs und seine europäischen Kollegen darüber abstimmen, ob sie eine neue Gen-Pflanze zulassen. Es wäre die erste Zulassung seit drei Jahren. Für alle Verbraucher, aber auch für den just ernannten Minister eine wichtige Entscheidung: Ebnet Friedrich mit einer Enthaltung oder gar einem "Ja" der Gentechnik den Weg auf Europas Äcker? Oder stellt er sich mit einem klaren "Nein" hinter die Interessen der Verbraucher?

mehr erfahren
Essensschlange in Malawi, August 2002

"Goldener" Reis – eine gefährliche Illusion

  • 07.02.2019

Die mangelhafte Versorgung mit dem wichtigen Nährstoff Vitamin A ist eines der bedeutendsten Ernährungsprobleme in vielen Ländern vor allem Afrikas und Südostasiens. Hier fehlt zahlreichen Menschen der Zugang zu Lebensmitteln, die ausreichend Beta-Carotin (Pro-Vitamin A) enthalten, das der Körper zu Vitamin A umwandelt. Vitamin-A-Mangel kann zu Erblindung und Tod führen, vor allem Kinder sind betroffen.

mehr erfahren