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Bayer kann nicht einfach Brasilien als Versuchsfeld und die Brasilianer als Versuchskaninchen benutzen, sagt Gabriela Vuolo, Gentechnikexpertin von Greenpeace. Solange wir nicht ganz sicher sein können, dass der Gen-Mais ungefährlich ist, darf ihm keine Marktzulassung erteilt werden. Sollte Bayer unverantwortlicherweise an seinem Zulassungsantrag festhalten, muss die CTNBio und die Regierung die brasilianische Bevölkerung schützen.

Dieser Bayer-Gen-Mais ist nicht unbekannt: In Österreich wurde er 1999 verboten und kein einziges EU-Land baut ihn an. Zu groß sind die Sicherheitsbedenken gegen diese Gen-Saat. Bayer selbst hat diese Sorte beispielsweise in Großbritannien zurückgezogen - der Anbau würde sich nicht rechnen, wenn alle Maßnahmen zum Schutz der gentechnikfreien Landwirtschaft vor Verunreinigungen umgesetzt würden.

Über die Zulassung in Brasilien entscheidet die National Technical Biosafety Commission (CTNBio), die am Mittwoch tagt. Zur Vorbereitung gab's Anfang November von Greenpeace ein Paket mit Dokumenten. Studien, die beispielsweise aufzeigen, dass Gen-Mais-Felder wesentlich stärker mit Spritzmitteln besprüht werden als Äcker mit herkömmlichen Mais.

Ein Problem nicht nur für die Umwelt. Auch der Mensch leidet unter dem massiven Pestizid-Einsatz: Übelkeit, Durchfall, sogar Frühgeburten können die Folge sein. Zudem breiten sich Gen-Pflanzen unkontrolliert aus und verunreinigen die Ernte von konventionell und ökologisch arbeitenden Bauern.

Greenpeace steht mit der Ablehnung des Bayer-Mais nicht allein da. Mehr als 7.000 Brasilianer haben seit dem 8. November bereits an einer Cyberaktion teilgenommen und die Biosafety Commission per E-Mail aufgefordert, den Gen-Mais nicht zuzulassen. Eine E-Mailkopie ging jeweils an die Bayer-Zentrale in Deutschland.

An Post mangelt es dem Konzern nicht. Auch in Deutschland beteiligten sich Tausende an Protestaktionen gegen Bayer. Der Konzern will in Europa Gen-Reis auf den Markt drängen.

(Autorin: Anja Franzenburg)

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