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Der Gen-Test sollte auf einem Acker in Friemar bei Gotha gestartet werden. Gleich in doppelter Hinsicht eine zweifelhafte Premiere: Zum ersten Mal in Deutschland ging es um genmanipulierten Weizen und zum ersten Mal wurden der Öffentlichkeit wesentliche Informationen über die gentechnische Veränderung des Saatguts vorenthalten. Doch die Heimlichtuerei fiel auf. Greenpeace-Aktivisten reagierten letzte Woche, indem sie das 30 mal 40 Meter große Testfeld absperrten und mit gelben Warndreicken markierten. Dann säten sie auf der Fläche Bio-Weizen aus.

Wir freuen uns, dass der Konzern keinen Gen-Weizen aussäen will, kommentierte Greenpeace-Gentechnikexperte Henning Strodthoff die Nachricht. Das ist ein Erfolg für die Landwirte vor Ort, die Umwelt und die Verbraucher. Gen-Weizen kommt weder auf den Acker noch ins Brot. Wenn Bauern und Verbraucher Gen-Weizen ablehnen, haben Konzerne wie Syngenta keine Chance. Syngenta muss endlich einsehen, dass Gentechnik im Essen eine brotlose Kunst ist!

Gleichzeitig kündigte Strodthoff an, dass Greenpeace gegen die Geheimniskrämerei des für die Freisetzungsgenehmigung verantwortlichen Robert-Koch-Instituts (RKI), das erstmals wesentliche Daten zurückhielt, Beschwerde einreichen wird.

Laut Syngenta sollte der genmanipulierte Weizen einen verstärkten Schutz gegen Pilzbefall aufweisen. Dieser Schutz ist jedoch gar nicht nötig, wenn beim Anbau einige Grundregeln beherzigt werden: Pilzbefall wird begünstigt durch falsche Anbaumethoden, fehlenden Fruchtwechsel und empfindliche Sorten.

Die Gemeinde Friemar und der Bio-Verband Ökoherz hatten bereits Einwände gegen den Versuch vorgelegt. Vom Wind weitergetragene Pollen des Gen-Weizens hätten die angrenzenden Felder verunreinigen und deren Ertrag wertlos machen können. Diese Gefahr ist jetzt gebannt. (sit)

Ein ausführliches Dossier zu Gen-Weizen (in englischer Sprache) finden Sie auf den Seiten von Greenpeace Kanada:"Against the Grain"

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