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Scharfe Kritik für seinen Vorschlag heimste Fischler am Montag von Greenpeace, Friends of the Earth (FoE) sowie dem European Environmental Bureau (EEB) ein. Bauern, die Gen-Pflanzen anbauen, können hingegen schalten und walten, wie sie wollen und müssen sich so gut wie keine Gedanken um die Folgen ihres Tuns machen, warnt Ulrike Brendel, Gentechnikexpertin bei Greenpeace. Wie das gemeinsame Forschungszentrum der EU berechnet hat, könnten dann für die Gentech-frei produzierenden Bauern die Produktionskosten um bis zu 41 Prozent steigen.

Die EU-Kommission will sich so gut es geht aus der umstrittenen Frage der Koexistenz von genetisch manipulierten und traditionellen Nutzpflanzen heraushalten. Aus dem erwähnten Fischler-Papier geht weiter hervor, dass die zuständigen Stellen in Brüssel empfehlen, lediglich eine koordinierende und beratende Funktion einzunehmen. Konkrete Maßnahmen der EU in dieser Frage sollten sich auf die wirtschaftlichen Aspekte beschränken.

Die Auswirkungen des Anbaus von Gen-Pflanzen auf Gesundheit und Umwelt sollen keine Berücksichtigung finden. Eine Sichtweise, die bei einigen Mitgliedsländern wohl mit keiner Zustimmung rechnen kann; hatten sie doch beim letzten Agrar-Treffen der EU von Brüssel strikte und präzise Richtlinien zur umstrittenen Koexistenz gefordert.

Auch Greenpeace fordert eine harte Gesetzgebung auf EU-Ebene, damit konventionelle und ökologische Landwirtschaft weiter existieren können, sagt Brendel. Außerdem muss die Reinheit des Saatgutes garantiert sein, denn Saatgut steht ganz am Anfang der menschlichen Nahrungskette. Ohne eine solche Regelung wird die gentechnische Verunreinigung zur vollendeten Tatsache in der EU. Weder Verbraucher noch Bauern hätten dann noch die Freiheit zu wählen, warnt die Gentechnikexpertin.

Sowohl die EU-Kommission als auch die Mitgliedsstaaten werden deshalb von Greenpeace, FoE und EEB aufgefordert, eine klare und effektive Gesetzgebung zu erarbeiten und umzusetzen, um so die Agrar-Güter Europas zu schützen. Ansonsten wird man sie für die absehbaren Folgen der gentechnische Verschmutzung zur Verantwortung ziehen: Umweltschäden auf Anbauflächen und Verlust der Biodiversität, wirtschaftlicher Schaden für alle, die Genmanipulations-freie Lebensmittel produzieren wollen sowie höhere Kosten für die Mehrheit der Verbraucher, die Genmanipulations-freie Produkte kaufen und sich davon ernähren wollen.

Auch die Verbraucherministerin Renate Künast hat sich öffentlich immer für eine Koexistenz ausgesprochen und setzt sich außerdem für die Förderung einer ökologischen Landwirtschaft ein, sagt Brendel. Jetzt muss sie auch auf EU-Ebene dafür tätig werden. Bevor die Frage der Koexistenz nicht ausreichend geregelt ist, sollte auch das europäische Moratorium zum Anbau von Gen-Pflanzen nicht aufgehoben werden. (mir)

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