Skip to main content
Jetzt spenden

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Aus dem stillschweigend auf der Internetseite veröffentlichten Bericht geht hervor, dass der Anteil des pestizidfreien Obstes und Gemüses aus herkömmlichem Anbau innerhalb von fünf Jahren um ein Drittel von 61 Prozent (1998) auf 41 Prozent (2003) gefallen ist. In neun Prozent der fast 10.000 untersuchten Proben in 2002 und 2003 ist die gesetzliche Pestizid-Höchstmenge überschritten worden. 1998 waren es noch vier Prozent.

Eine Bewertung der Ergebnisse gibt das BVL nicht ab. Manfred Krautter, Chemieexperte von Greenpeace: Es ist kein Wunder, dass das Bundesamt seinen Pestizidbericht nicht an die große Glocke hängen will - er dokumentiert einen schleichenden Lebensmittelskandal.

Die Belastung des in Deutschland verkauften Obstes und Gemüses mit Pestizidrückständen steigt seit Jahren an. Fast jedes zehnte Produkt überschreitet die gesetzlichen Spritzmittel-Grenzwerte und wird somit illegal verkauft. Jetzt zeigt sich der wirkliche Preis der Billiglebensmittel: Geiz ist giftig, wenn Erdbeeren, Trauben, Salate und Paprika aus dem Massenangebot vor Pestiziden nur so strotzen.

Der Anteil an Produkten, in denen gleich mehrere Rückstände von Spritzmitteln gefunden wurden, ist von 32,9 Prozent der Ware (2002) auf 34,2 Prozent (2003) angestiegen. Krautter: Der einzige Lichtblick sind Bio-Produkte, die in der Regel keine Rückstände aufweisen. Das zeigen auch die regelmäßigen Tests des Greenpeace-EinkaufsNetzes.

Der Verbraucherschutz hat bei den Pestiziden glatt versagt. Nun sind die Agrarminister des Bundes und der Länder gefordert. Seit Donnerstag tagen sie und der Nähe von Bonn und wollen auch über ein längst überfälliges 'Pestizidreduktionsprogramm' debattieren. Zwar ist ausländische Ware im Schnitt höher belastet als heimische, doch in Deutschland werden 30.000 Tonnen Pestizide jährlich verspritzt.

Greenpeace fordert, diese Menge bis zum Jahr 2010 zu halbieren. Aber vor allem müssen die Bundesländer die Lebensmittel schärfer überwachen. Was nicht legal ist, darf nicht verkauft werden!

Die EU-Kommission kam in ihrem Bericht 2004 - in den die deutschen Ergebnisse einfließen - angesichts der steigenden Pestizidbelastung in pflanzlichen Lebensmitteln zu dem Schluss, dass ein Gesundheitsrisiko für Verbraucher nicht mehr ausgeschlossen werden kann.(us)

Den Bericht 2003 des BVL  finden Sie hier. Im Augenblick, so heißt es dort, wird der Bericht überarbeitet. Er soll aber in Kürze wieder zur Verfügung stehen!

Hier finden Sie Informationen zu den Tests des Greenpeace-EinkaufsNetzes

Mehr zum Thema

Tierische Aufgabe

  • 15.11.2021

Nur wenn die Zahl der Tiere in der Landwirtschaft halbiert wird, kann der Sektor seinen gesetzlich vorgegebenen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Der Abbau muss jetzt beginnen.

mehr erfahren

Auslaufmodell Billigfleisch

  • 05.11.2021

Noch dominiert zwar Frischfleisch aus tierschutzwidriger Haltung das Sortiment, aber der Handel ist in Bewegung. Das zeigt der neue Supermarkt-Check von Greenpeace.

mehr erfahren

Bundesbehörde auf Abwegen

  • 04.10.2021

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit schützt die Gentechnik-Industrie statt die Verbraucher:innen.

mehr erfahren

Schleichende Pandemie

  • 05.07.2021

Konventionelles Schweinefleisch ist teilweise mit antibiotikaresistenten Keimen belastet. Folge des Billigfleisch-Systems ist auch die Unwirksamkeit lebenswichtiger Arzneimittel.

mehr erfahren

„Auf Biegen und Brechen“

  • 24.06.2021

Die EU-Förderpolitik müsste bäuerliche Betriebe auf die Herausforderungen durch Klima- und Artenkrise vorbereiten. In Brüssel und Berlin lässt man sie aber im Stich.

mehr erfahren
Greenpeace-Aktive helfen im Mai 2006 einem Farmer in der Provinz Rayong (200 Kilometer östlich von Bangkog/Thailand) gentechnisch verunreinigte Papaya sicherzustellen.

Gentechnik

  • 18.06.2021

Neue gentechnische Verfahren in der Pflanzenzucht versprechen ein lukratives Geschäft für die Gentechnik-Industrie. Doch der Einsatz der Agro-Gentechnik birgt unkalkulierbare Risiken.

mehr erfahren