Skip to main content
Jetzt spenden

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Greenpeace-Chemie-Experte Manfred Krautter weiß, worum es wirklich geht: Seit Jahren ist bekannt, dass vor allem die Tafeltrauben aus dem Mittelmeerraum stark mit Pestiziden belastet sind. Das haben auch unsere Tests immer wieder gezeigt. Lidl hatte Greenpeace bereits am Montag dieser Woche über das bundesweite Auslisten konventionell angebauter Trauben wegen anhaltender Probleme mit zu hohen Pestizidbelastungen unterrichtet.

Bei der letzten großen Greenpeace-Untersuchung von Supermarkt-Obst und -Gemüse aus dem Jahr 2005 hatte es zwei große Verlierer gegeben: Lidl und die Tafeltrauben. Lidl bildete das Schlusslicht im Supermarktranking. In Trauben fanden sich am meisten Pestizide: 60 Prozent der untersuchten Ware war stark bis sehr stark belastet!

Dass Lidl jetzt keine Trauben aus konventionellem Anbau verkauft, zeigt ein wachsendes Problembewusstsein bei dem Billigsupermarkt. Lidl sollte sich jedoch nicht scheuen, das Pestizidproblem auch beim Namen zu nennen. Und auch andere Supermärkte und Discounter müssen endlich reagieren, fordert Manfred Krautter. Sonst laufen Verbraucher auch weiterhin Gefahr, mit jeder Traube eine Extraportion Gift zu sich zu nehmen.

Vor allem Kinder sind durch die hohen Pestizidbelastungen gefährdet. Im letzten Greenpeace-Test waren Trauben häufig so stark belastet, dass ein Kind schon nach dem Verzehr von wenigen Einzelbeeren eine akute Schädigung des Hormon- oder Nervensystems befürchten musste. Denn in vielen der untersuchten Proben wurde die so genannte Akute Referenzdosis(ARfD) bis zum Vierfachen überschritten - ein Zustand, den auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) für nicht akzeptabel hält.

Die Akute Referenzdosis wird vom BfR und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegt. Sie beschreibt die Menge einer Substanz, die mit einer Mahlzeit oder innerhalb eines Tages aufgenommen werden kann, ohne ein gesundheitliches Risiko für den Konsumenten darzustellen. Bereits bei einmaliger Überschreitung dieses Grenzwertes besteht die Gefahr von Gesundheitsschäden. Greenpeace rät daher besonders bei Problemprodukten wie Tafeltrauben zum Kauf von Bio-Ware.

Gemeinnützigkeit von Greenpeace

Gemeinnützigkeit von Greenpeace

36 | DIN A4

2.23 MB

Herunterladen

Mehr zum Thema

Greenpeace-Aktive helfen im Mai 2006 einem Farmer in der Provinz Rayong (200 Kilometer östlich von Bangkog/Thailand) gentechnisch verunreinigte Papaya sicherzustellen.

Gentechnik

  • 18.06.2021

Neue gentechnische Verfahren in der Pflanzenzucht versprechen ein lukratives Geschäft für die Gentechnik-Industrie. Doch der Einsatz der Agro-Gentechnik birgt unkalkulierbare Risiken.

mehr erfahren

Von wegen unsichtbar

  • 10.06.2021

Mit einem neuen, frei zugänglichen Verfahren kann erstmals die Anwendung sogenannter neuer Gentechnik bei einer Rapssorte nachgewiesen werden.

mehr erfahren

Tödliche Gefahr für die Bienen

  • 09.06.2021

Mit Sonderregelungen für Pestizide umgeht die Politik den Insektenschutz, den sie seit Jahren versprochen hat und gefährdet die Biodiversität.

mehr erfahren
Larissa Bombardi, Pestizidforscherin

"Das Potenzial ist enorm"

  • 17.05.2021

Der Pestizideinsatz in Brasilien ist enorm, er verursacht Schäden für Mensch und Umwelt. Oft stammt die Chemie aus Europa. Über Lebensmittelexporte gelangt sie zurück auf unsere Teller. 

mehr erfahren
Drei junge Frauen sitzen an einem mit Getränken und vegetarischen Speisen gedeckten Tisch.

Probieren Sie das mal!

  • 12.04.2021

Gutes Essen – was bedeutet das? Dass es lecker ist, na klar. Gesund soll es sein, umweltschonend und fair produziert. Geht das alles zusammen? Ja – diese 10 Tipps machen Appetit.

mehr erfahren

(K)ein grosser Wurf?

  • 10.02.2021

Das Bundeskabinett hat ein Insektenschutz-Paket beschlossen. Doch kann es das Insektensterben aufhalten?

mehr erfahren