Skip to main content
Jetzt spenden

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Durch konsequente Stallhaltung hatte man versucht, die Übertragung des Virus auf Nutzgeflügel zu verhindern. Die hoch industrialisierte Geflügelbranche witterte Aufwind. Die rot-grüne Regierung unter Renate Künast hatte gegen den erbitterten Widerstand der CDU und der Großagronomen ein Verbot der Käfighaltung zum ersten Januar 2007 beschlossen.

Dieses Gesetz steht jetzt wieder zur Disposition. Am Freitag, den 7. April stimmt der Bundesrat über einen Antrag von Niedersachsen, NRW und Mecklenburg-Vorpommern ab. Die Käfighaltung soll um zwei weitere Jahre verlängert werden. Schließlich sei das Geflügel im hygienischen Stall doch sicher!

Doch ganz so einfach ist es nicht, wie das aktuelle Beispiel zeigt. Zwar hatte der betroffene Betrieb in Sachsen eine Ausnahmeregelung für die Freilandhaltung von Gänsen. Ausgebrochen ist die Seuche allerdings im Putenbestand. Wie der sich infiziert hat, weiß noch niemand. Wenn er tatsächlich über die Wildvögel eingeschleppt wurde, ist bislang noch völlig ungeklärt, wie er dorthin gelangt ist: Transporte, Stallstreu oder das Tierfutter - die Möglichkeiten sind vielfältig.

Denn das intensive hochspezialisierte Geflügelgeschäft, wie es vor allem im Südoldenburger Land in Niedersachsen betrieben wird, ist keineswegs das geschlossene, keimfreie System, als das es sich so gerne präsentiert. Lange Transportwege für Millionen von Eintagsküken gehören ebenso zum internationalen Geschäft wie Unmengen von Hühnerkot und Schlachtabfällen. Selbst bei umfangreichen Vorsichtsmaßnahmen, kann eine Infektion zum Beispiel durch einen kontaminierten Futtermittelwagen oder den unerwünschten Besuch von Mäusen oder Ratten nicht ausgeschlossen werden.

Zudem ist bis jetzt überhaupt nicht sicher, ob sich die Nutztiere tatsächlich bei den Wildvögeln anstecken oder umgekehrt. Zugvogelrouten können die bisherige Ausbreitung von H5N1 nach Nigeria, Ägypten und Europa jedenfalls nicht erklären. Zahlreiche Experten gehen nach Gen-Analysen des Erregers vielmehr davon aus, dass Geflügeltransporte die Seuche von China aus verbreitet haben.

(Autorin: Maren Borgerding)

Mehr zum Thema

Greenpeace-Aktive helfen im Mai 2006 einem Farmer in der Provinz Rayong (200 Kilometer östlich von Bangkog/Thailand) gentechnisch verunreinigte Papaya sicherzustellen.

Gentechnik

  • 18.06.2021

Neue gentechnische Verfahren in der Pflanzenzucht versprechen ein lukratives Geschäft für die Gentechnik-Industrie. Doch der Einsatz der Agro-Gentechnik birgt unkalkulierbare Risiken.

mehr erfahren

Von wegen unsichtbar

  • 10.06.2021

Mit einem neuen, frei zugänglichen Verfahren kann erstmals die Anwendung sogenannter neuer Gentechnik bei einer Rapssorte nachgewiesen werden.

mehr erfahren

Tödliche Gefahr für die Bienen

  • 09.06.2021

Mit Sonderregelungen für Pestizide umgeht die Politik den Insektenschutz, den sie seit Jahren versprochen hat und gefährdet die Biodiversität.

mehr erfahren
Larissa Bombardi, Pestizidforscherin

"Das Potenzial ist enorm"

  • 17.05.2021

Der Pestizideinsatz in Brasilien ist enorm, er verursacht Schäden für Mensch und Umwelt. Oft stammt die Chemie aus Europa. Über Lebensmittelexporte gelangt sie zurück auf unsere Teller. 

mehr erfahren
Drei junge Frauen sitzen an einem mit Getränken und vegetarischen Speisen gedeckten Tisch.

Probieren Sie das mal!

  • 12.04.2021

Gutes Essen – was bedeutet das? Dass es lecker ist, na klar. Gesund soll es sein, umweltschonend und fair produziert. Geht das alles zusammen? Ja – diese 10 Tipps machen Appetit.

mehr erfahren

(K)ein grosser Wurf?

  • 10.02.2021

Das Bundeskabinett hat ein Insektenschutz-Paket beschlossen. Doch kann es das Insektensterben aufhalten?

mehr erfahren