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Greenpeace-Aktion gegen Glyphosat vor dem Schloss Schönbrunn in Wien
Mitja Kobal / Greenpeace

Positionen zum Pflanzengift Glyphosat

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

© Andreas Varnhorn / Greenpeace

Am kommenden Montag könnte sie endlich fallen: Die Entscheidung darüber, ob Glyphosat für den Einsatz in der EU weiter zugelassen wird. Das Pflanzengift gilt als wahrscheinlich krebserregend; die EU-Mitgliedsstaaten müssen nun darüber abstimmen, ob es weiter auf europäischen Äckern versprüht werden darf.

Dabei sollte die Entscheidung eigentlich längst gefallen sein. Doch bei der Abstimmung vor zwei Wochen kam keine qualifizierte Mehrheit zustande. Denn Deutschland hatte sich enthalten – die Politik ist sich nicht einig.

Welche Position vertreten die entscheidenden Politiker und Organisationen? Wie liefern einen Überblick und geben Einschätzungen dazu.

Das sagt Anton Hofreiter (Fraktionsvorsitzender Die Grünen):

„Wir brauchen ein klares Bekenntnis für den Schutz der Menschen vor gesundheitlichen Risiken. Denn das Gefahrenpotenzial von Glyphosat für Gesundheit, Umwelt und Artenvielfalt ist groß und nicht abschließend geklärt.“ (Pressemitteilung vom 19.5.16)

So beurteilt das Greenpeace:

Der Schutz der menschlichen Gesundheit muss vor Profit und Konzerninteressen stehen; Umwelt und Artenvielfalt müssen geschützt werden.

Das sagt die Bundesärztekammer:

„Der 119. Deutsche Ärztetag in Hamburg  hat die Bundesregierung und die Europäische Kommission aufgefordert, gemäß dem sogenannten Vorsorgeprinzip in Art. 191 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union keiner weiteren Verlängerung der Zulassung von Glyphosat zuzustimmen.“ (Papier vom 27.5.16)

So beurteilt das Greenpeace:

Ein klares Statement der Bundesärztekammer gegen Glyphosat und für die Gesundheit. Diese Forderung darf von der Politik nicht ignoriert werden. 

Das sagt das Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU): 

„Im letzten Sommer gab es eine gemeinsame Risikobewertung der zuständigen Geschäftsbereiche des Landwirtschafts- und des Umweltministeriums, die einem Einsatz nicht entgegensteht“, teilte das Gesundheitsministerium auf Anfrage in Berlin mit. „Da sich an den Fakten seitdem nichts geändert hat, sehen wir keine neue Sachlage, die dieser Bewertung entgegenstehen sollte.“ (FAZ vom 25.5.16)

So beurteilt das Greenpeace:

Dieses Verharren des Gesundheitsministers ist ein Armutszeugnis. Es gibt genug Belege, um sich gegen die Wiederzulassung zu stellen.

>>> Glyphosat schadet der Artenvielfalt und steht im Verdacht krebserregend zu sein, trotzdem soll seine EU-Zulassung verlängert werden. Fordern Sie Agrarminister Christian Schmidt auf, gegen das Gift zu stimmen!

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