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Flugzeug sprüht Pestizide auf ein Sojafeld im Amazonas. Große Flächen in der Amazonas-Region werden für den Sojaanbau illegal abgeholzt.2006
© ©Daniel Beltra/Greenpeace

Greenpeace-Forderungen Pestizide

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

 

Übergeordnete Ziele:

  • Flächendeckende ökologische Landwirtschaft ohne Einsatz von Pestiziden in der EU
  • Keine Gefährdung für und keine negativen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit, Nichtzielorganismen, das Grundwasser und die Umwelt durch Produktion, Einsatz, Freisetzung und Entsorgung von Pestiziden
  • Keine Pestizidrückstände in Grundwasser, Oberflächengewässern, Niederschlägen, Trinkwasser, Lebensmitteln und dem menschlichen Körper

Kernforderungen für Pestizidherstellung, -einsatz, -import und -export in der EU

Zulassung:

Keine Zulassung bzw. kurzfristiges Verbot von Pestiziden in der EU, deren Wirkstoffe und/oder andere aktive Bestandteile sowie deren Abbauprodukte folgende Eigenschaften aufweisen:

  • kanzerogen, mutagen, reproduktionstoxisch (CMR)
  • endokrin wirksam
  • sensibilisierend
  • hohe akute Toxizität (WHO-Klasse Ia, Ib, II)
  • neurotoxisch
  • persistent
  • Pestizide, die das Grundwasser belasten können
  • Bioakkumulierend
  • bedenkliche Ökotoxizität, z.B. Bienen- und Fischgiftigkeit
  • Wassergefährdungsklassen 2 (wassergefährdend) und 3 (stark wassergefährdend)
  • von der OSPAR-Konvention als Hazardous to the Marine Environment gelistet
  • von der EU als priority substances in the field of water policy gelistet
  • Pestizide, die durch freigesetzte, gentechnisch veränderte Pflanzen produziert werden

Pestizidsubstitution:

Pestizide werden nur noch für Anwendungsbereiche zugelassen, für die es keine umweltgerechteren nicht-chemischen Alternativverfahren gibt.

Rückstandsfreiheit: Lebensmittel, Trink- und Grundwasser müssen frei sein von Pestizidrückständen. Dieses Ziel muss bis spätestens zum Jahr 2020 für alle Umweltmedien - einschließlich der Flüsse und Meere - erreicht werden.

Kontrolle:

  • Strenge und effektive Inverkehrbringungs-, Anwendungs- und Rückstandskontrollen für Pestizide sowie umfassendes Umweltmonitoring.
  • Zivil-, ordnungs- und strafrechtlich scharfe Sanktionen gegen Verstöße.
  • Haftung für Pestizidschäden und -belastungen durch die Verursacher(-kette).
  • Generelle Reduktion des Pestizideinsatzes, z.B. durch Pestizidreduktionsprogramme und ökonomische Lenkungsmittel (z.B. Pestizidabgabe).

Anwender- und Arbeitsschutz:

  • Verpflichtung der Lieferanten, optimale Arbeitsschutzbedingungen bei Abnehmern und Anwendern in OECD- und Nicht-OECD-Ländern sicherzustellen.
  • Deutschland und die EU müssen die ILO-Konvention 170 (Übereinkommen über Sicherheit bei der Verwendung chemischer Stoffe bei der Arbeit) ratifizieren. Die Einhaltung der Vorgaben dieser Konvention in allen Anwendungsländern muss als Mindeststandard verbindlich eingehalten werden.
  • Transparente Pestizidbewertung und -zulassung: öffentlicher Zugang zu dem Bewertungs- und Zulassungsverfahren und den dabei verwendeten Informationen sowie Beteiligung der Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen.

Verbraucherschutz und -information:

  • Nichtvermarktung von kritisch belasteten Lebensmitteln und Information der Öffentlichkeit über die betroffenen Produkte.
  • Information der Verbraucher, auch bei Lebensmittelbelastungen unterhalb der geltenden Grenzwerte.
  • Strenge Ausschlusskriterien für pestizidbelastete Lebensmittel beim Konventionellen Künast-Siegel.
  • Harmonisiertes Pestizid-Zulassungsverfahren in der ganzen EU.
  • Notstandsregelungen, z.B. bei Malariabekämpfung, drohendem Ernteausfall u.ä.
  • Rasche Umsetzung und Einhaltung der in internationalen Vereinbarungen (POPs-/PIC-Konvention, FAO-Pestizidverhaltenskodex, ILO-Konvention 170) enthaltenen Vorgaben und - im Rahmen der Entwicklungshilfe - Unterstützung der Entwicklungsländer bei der Umsetzung dieser Vorgaben.
  • In der Entwicklungszusammenarbeit muss der biologische Pflanzenschutz Priorität haben. Keine Entwicklungszusammenarbeit in Bereichen, in denen konventioneller oder gentechnologischer Pflanzenschutz praktiziert wird (mit Ausnahme der erwähnten Notstandsregelungen).

Export:

  • Kein Export von Pestiziden, die nach EU-Recht aufgrund ihrer Gefahrenmerkmale keine Zulassung erhalten können.
  • Kontrolle des Pestizidexportes und zeitnahe, aussagekräftige Veröffentlichung der Exportdaten nach dem Meldepflichtparagraphen des Pflanzenschutzgesetzes.

Pestizidaltlasten in Nicht-OECD-Ländern:

  • Produzenten und Lieferanten in den Herkunftsstaaten müssen die volle logistische, technische und finanzielle Verantwortung für ihre Altlasten übernehmen.
  • Sämtliche Alt-Pestizide weltweit müssen durch ein zügiges Aktionsprogramm inventarisiert, durch Umverpackung gesichert, zurückgeholt und umweltschonend - nach Vorgaben der Stockholmer POPs-Konvention - entsorgt werden.

 

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