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Der Verband hatte behauptet, keine der von Greenpeace untersuchten Proben habe die gesetzlich zugelassenen Höchstmengen überschritten. Die Gewürze und Kräuter seien alle verkehrsfähig gewesen. Greenpeace stellte daraufhin bei Gericht einen Antrag auf Unterlassung. Das Gericht folgte diesem Antrag. Dem Fachverband droht eine Ordnungsstrafe, wenn er gegen den Beschluss verstößt: 250.000 Euro oder Haft bis zu zwei Jahren.

Durch den Beschluss des Gerichts ist jetzt hoffentlich sichergestellt, dass die Gewürzindustrie keine falschen Tatsachen über die Untersuchungsergebnisse mehr in die Welt setzt, so Manfred Krautter, Chemieexperte von Greenpeace. Die Pestizidbelastung von Kräutern und Gewürzen ist häufig viel zu hoch und gesundheitlich bedenklich.

Statt Unwahrheiten zu verbreiten, solle die Gewürzbranche lieber sicherstellen, dass die Gifte aus ihren Produkten verschwinden, sagt Krautter. Bis es so weit ist, rät er den Verbrauchern, zu Bio-Ware zu greifen.

Greenpeace hatte Paprikapulver, Dillspitzen, Pfeffer, Ingwer, getrocknete und frische Petersilie getestet. In 82 Prozent der 33 Proben fand das beauftragte Labor Pestizidrückstände. Nur sechs waren unbelastet. Besonders schlecht schnitten Paprikapulver, Dill und getrocknete Petersilie ab. Insgesamt wurden 53 verschiedene Pestizide gefunden, von denen 35 als besonders gefährlich für die Gesundheit gelten.

Erst nach dem Greenpeace-Test wurden einige stark belastete Gewürze von den Supermärkten aus dem Regal genommen, so Krautter. Es darf nicht sein, dass die Gewürzhersteller gesetzwidrige Lebensmittel vertreiben und die Behörden dabei jahrelang tatenlos zusehen. Die staatliche Lebensmittelüberwachung muss endlich wirksam gegen solche Unternehmen vorgehen.

Greenpeace hat vom Fachverband der Gewürzindustrie verlangt, eine Gegendarstellung zu ihren Falschaussagen zu veröffentlichen. Der Verband hat diese Gegendarstellung akzeptiert und zwischenzeitlich auf seinen Internetseiten veröffentlicht.

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