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Statt konkrete Abhilfemaßnahmen zu ergreifen, gibt das Bundesamt Empfehlungen aus, die gänzlich fehl gehen. Wo ein sofortiges Verbot nötig wäre, empfiehlt das BVL den Imkern, die Bienen aus den Einsatzgebieten des Pestizids zu entfernen. Damit wird das Verursacherprinzip geradezu ad absurdum geführt, kommentiert Manfred Krautter von Greenpeace.

Grotesk ist auch die zweite Empfehlung an die Landwirte, beim Säen Stäube zu vermeiden, damit benachbarte Wiesen weniger stark mit dem Gift verunreinigt werden. Damit wird die Giftflut sicher nicht gebremst, sagt Krautter.

Das BVL schütze damit nicht die Verbraucher und die auf bestäubende Bienen dringend angewiesene Landwirtschaft, sondern die Geschäfte des Chemiekonzerns Bayer. In der Tat sind Bienen unerlässlich für die Produktion unserer Nahrungsmittel. Fehlen die Bienen, werden 80 Prozent der Nutzpflanzen nicht bestäubt und die Erträge sinken drastisch.

Krautter weiter: Sollte sich der Verdacht bestätigen, dass Clothianidin der Auslöser des Bienensterbens ist, sind Bayer und das BVL gemeinsam für die Folgeschäden an Bienenvölkern und Ertragseinbrüche der Landwirtschaft verantwortlich.

Als Sofortmaßnahme fordert Krautter vom BVL, das hochgiftige Pestizid zu verbieten und weltweit vor dem Bayer-Spritzmittel zu warnen. Schon im Februar hatte Greenpeace in einer "Schwarzen Liste der Pestizide" das Verbot für 327 hochgiftige Spritzmittel gefordert - darunter auch Clothianidin.

Auch die Imker in Mecklenburg-Vorpommern beklagen jetzt hohe Verluste durch Pestizide. Sie kritisieren, dass die Landwirte nicht mehr wie früher üblich vor Sonnenaufgang oder nach Sonnenuntergang sprühen, wenn die Bienen nicht fliegen. Heutzutage wird zu jeder Tageszeit gespritzt. Fatal für die Tiere, die auf den Feldern unterwegs sind.

(Autorin: Anja Franzenburg)

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