Schützt die Antarktis

Eine einmalige Chance

In den kommenden Monaten haben wir eine einmalige Chance: Die Antarktis-Kommission CCAMLR kann das größte Meeresschutzgebiet der Welt im südpolaren Weddellmeer beschließen. Eine sichere Heimat für Pinguine, Wale, Robben und Albatrosse. Damit wäre eine Fläche fünfmal so groß wie Deutschland vor der industriellen Ausbeutung geschützt.

Der Vorschlag zu diesem wichtigen Meeresschutzgebiet kommt maßgeblich von der deutschen Regierung. Wir müssen sicherstellen, dass auch die neue Bundesregierung sich bei den anderen beteiligten Ländern und möglichen Blockiererstaaten für den Schutz dieses Eismeeres einsetzt. Die Zeit drängt, denn die Krillfischerei steht in den Startlöchern, um ihre Beutezüge auszuweiten.

Bedrohung für antarktisches Leben

Krill-Fabrikschiffe aus Norwegen, China, Südkorea, der Ukraine und Chile ziehen bereits durch geplante Schutzgebiete an der antarktischen Halbinsel. Den Großteil ihres Fangs verarbeiten sie zu Fischmehl, das in umweltschädlichen
Aquakulturen verfüttert wird, ein weiterer Teil landet in unnötigen Nahrungsergänzungsmitteln. Ein lukratives Geschäft, das die Fischerei-Lobby verteidigt, indem sie sich gegen Meeresschutzgebiete einsetzt.

Die aus Krill hergestellten Produkte sind vor allem eins: überflüssig. Das gilt für das Fischmehl genauso wie für die zahlreichen Krillöl-Produkte, für die Deutschland das drittgrößte Abnehmerland weltweit ist. Auch vegane Produkte wie Algen- oder Leinöl enthalten die begehrten Omega-3-Fettsäuren, ohne dafür am Südpol die Nahrungsgrundlage der Wale aufs Spiel zu setzen.