Zukunft wird mit Bildung gemacht

Bildung ist der zentrale Hebel für eine nachhaltige Gesellschaftsentwicklung. In deutschen Bildungsinstitutionen allerdings wurde diese Erkenntnis bisher nur unzureichend verankert. 

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Greenpeace hat deshalb in diesem Jahr das „Bündnis ZukunftsBildung“ ins Leben gerufen. In einem offenen Brief fordert das Bündnis jetzt die Bundesregierung auf, tätig zu werden und einen neuen starken nationalen Aktionsplan zum Thema „Nachhaltigkeit lernen“ zu entwickeln und umzusetzen.

Viele Fragen, aber keine Zeit zum Üben

Wie geht nachhaltig leben? Warum ist eine nachhaltige Entwicklung für uns alle lebensnotwendig geworden? Was hat der Klimawandel mit Gerechtigkeit zu tun? „Bildung ist der Schlüssel für eine nachhaltige Entwicklung. Wenn wir wollen, dass die junge Generation eine zukunftsfähige Lebensweise einnimmt, müssen wir ihnen auch die Möglichkeit geben, diese zu verstehen, auszuprobieren und einzuüben. Deswegen brauchen wir dringend mehr „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ in den Kitas,  in den Klassenräumen, Universitäten und auch allen beruflichen Bildungseinrichtungen“, sagt Kerstin Küster, Bildungsexpertin bei Greenpeace. 

Bereits 2002 hatte die Generalversammlung der Vereinten Nationen entschieden, dass „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ die Leitperspektive jeglichen Unterrichts werden solle und beschloss eine gleichnamige Dekade (2005-2014) einzuberufen.

Was hat sie gebracht? Einiges: Unter dem Stichwort „Nachhaltigkeit lernen“ wurden in den letzten Jahren in Deutschland viele Projekte zu Themen wie „Umwelt“, „Entwicklung“ oder „Soziales“ auf den Weg gebracht; gleichzeitig wuchs das Bewusstsein, dass nur eine entsprechend gebildete Gesellschaft sich nachhaltig entwickeln kann.

Wer schöne Reden hält, muss dann auch die Arbeit machen

„Viele Projekte blieben in ihrer Wirkung begrenzt, weil Bildung für nachhaltige Entwicklung nach wie vor nicht systematisch und flächendeckend in allen Bildungsbereichen verankert wird“, schreibt das „Bündnis ZukunftsBildung“ in seinem offenen Brief an die deutsche Bundesregierung, die Kultusminister sowie zuständigen Fachausschüsse des deutschen Bundestages und der Bundesländer. „Was fehlt, ist die wirkliche Einbettung in das deutsche Bildungssystem“.

Zusammen mit den Bündnispartnern BUND, BUNDJugend, Germanwatch, GEW, Globale Bildungskampagne, InnoWego, NAJU, Oxfam und der Welthungerhilfe fordert Greenpeace in dem offenen Brief, dass das „Weltaktionsprogramm für nachhaltige Bildung“ auf der nächsten BNE-Weltkonferenz im November in Japan in vollem Umfang beschlossen wird.

Für das deutsche Bildungssystem drängt das „Bündnis Zukunftsbildung“ auf eine schnelle und engagierte  Umsetzung des Programms unter Einbeziehung der Zivilgesellschaft. „Es ist eine Sache auf UN - Konferenzen schöne Ziele zu verabschieden und etwas anderes, sie dann tatsächlich Zuhause umzusetzen.   Greenpeace  wird diesen Prozess konsequent fordern  und  dann die Umsetzung begleiten.  Denn nur wer sich heute stark macht für die nachhaltige Bildung kann der Zukunft mit Vertrauen entgegensehen“, so Küster.

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