Erneuerbare Energien: Rückblick auf 2002
Woher kommt unser Strom? - Für sauberen Strom: Greenpeace und die Verbraucherzentralen gemeinsam für die Stromkennzeichnung
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- Artikel veröffentlicht am: 16.01.2003,
- Artikel veröffentlicht von: Greenpeace Redaktion
Durch die Liberalisierung des Strommarktes werden in ganz Europa immer größere Teile des Stromgeschäfts über Zwischenhändler und Strombörsen abgewickelt. Dadurch wird die Herkunft des Stroms zunehmend verschleiert, der Anteil aus unbekannter Herkunft steigt kontinuierlich. Die großen Stromkonzerne geben für rund die Hälfte ihres verkauften Stromes keine Energiequellen mehr an. Dagegen macht sich Greenpeace stark:
- Im April 2002 stellt Greenpeace in Berlin ein Konzept zur Kennzeichnung von Strom vor, wonach die Erzeugungsart des Stromes, die damit verbundenen Umweltauswirkungen (z.B. Kohlendioxidemission, Atommüllproduktion) sowie das Herkunftsland auf jeder Stromrechnung stehen sollen. Mit E-off-Aktionen gegen den Stromkonzern E.on vor der Zentrale in München und im Internet (unter: www.e-off.de) entlarvt Greenpeace die Strategie des Konzerns, mit sauberer Werbung schmutzigen Strom zu verkaufen.
- Auch Deutschlands damaliger Wirtschaftsminister Müller macht im Mai 2002 sein Kreuz auf dem von Greenpeace entworfenen Wahlplakat für oder gegen die Offenlegung der Strombezugsquellen und stimmt dem Vorschlag der europaweiten Stromkennzeichnung zu, ein politischer Erfolg für Greenpeace. Ein entsprechender Gesetzentwurf des EU-Parlamentes zur Kennzeichnung von Strom nach Erzeugungsart wird in Folge in Brüssel diskutiert, Entscheidungen sollen 2003 fallen.
- Die Verbraucher wollen den sauberen Strom sowieso: In Sevilla gehen während des EU-Gipfels 2002 mehrere Tausend Protestpostkarten mit der Forderung
Clean Energy Now!
aus Frankreich, Großbritannien, Deutschland und Spanien ein. Listen mit mehreren 10.000 Unterschriften für sauberen Strom werden im Bundeskanzleramt abgegeben. Auch die Jugendlichen machen im Juni vor den Zentralen der vier großen deutschen Energieversorgungsunternehmen E.ON, RWE, EnBW und HEW darauf aufmerksam, dass sie Strom aus atomarer Energiegewinnung ablehnen.