Greenpeace-Online: Frau Johannsen,warum engagieren Sie sich für Natur und Umwelt ?
Gisela Johannsen: Der Einzelne hat die Verpflichtung zu hinterfragen. Ich lass mir nicht das Recht nehmen, zu einer Sache etwas zu sagen, die katastrophale Auswirkungen auf das Leben meines Enkelkindes haben kann.
Greenpeace-Online: Wie kamen Sie zu Greenpeace?
Gisela Johannsen: Ich glaube, es war 1990 - ich war noch nicht im Ruhestand - da wurde ich zufällig Zeugin einer Greenpeace-Aktion. Ich komme aus der Innenstadt und sehe vor einem McDonalds eine Horde Kinder von einem Greenteam, den Kinder- und Jugendgruppen von Greenpeace. Die trommeln, machen Krach, haben Teller und Tassen in der Hand und rufen nach dem Geschäftsführer. Und was fordern sie? Sie fordern weniger Müll! Ich will keinen Pappteller und keinen Pappbecher. Hier ist mein Porzellanteller!
, rufen sie. Da dachte ich, das ist ja eine tolle Sache. Richtig so, man darf die Dinge nicht einfach so hinnehmen. Dann rief ich bei Greenpeace an und so kam der Stein ins Rollen.
Greenpeace-Online: Wofür engagieren Sie sich denn heute?
Gisela Johannsen: Das Sterben der Urwälder finde ich ganz besonders schlimm. Wenn ich mir vorstelle, dass alle zehn Sekunden ein Stück Urwald so groß wie ein Fussballfeld vernichtet wird, wird mir ganz schlecht. Kurzfristig haben die Menschen dann Arbeit, aber langfristig haben sie nichts mehr. Ihre Lebensgrundlage ist dann dahin. Ich bin froh, dass ich mit meiner Arbeit für Greenpeace den Wäldern helfen kann.
Greenpeace-Online: Und was bringt Ihnen Ihr Engagement für Ihr Leben außerhalb von Greenpeace?
Gisela Johannsen: Es ist ein wunderbares Gefühl, wenn ich Greenpeace-Aktivisten im Fernsehen sehe, wie sie in waghalsiger Aktion versuchen, auf ein gefährliches Schiff zu krabbeln. Ich bin glücklich, an Greenpeace-Erfolgen beteiligt zu sein. Dafür bekomme ich Anerkennung in der Familie und von Freunden. Mit den Informationen von Greenpeace kann ich auch besser argumentieren. Ich habe dann richtige Erfolgserlebnisse. Am Schönsten aber wäre es, wenn mein kleiner Enkel eines Tages sagen würde: Meine Oma, die hat was getan, die war dabei.