
6. November, Hamburg:Vattenfall zerstört das Klima
steht auf dem Schild eines Greenpeacers, der - als grünes Männchen verkleidet - vor dem Hamburger Hauptbahnhof eine PR-Aktion von Vattenfall begleitet. Der Greenpeace-Protest richtet sich gegen eine Kampagne unter dem irreführenden Titel Klimaunterschrift, mit der sich der Energieerzeuger grünwaschen will. Vattenfall hat mehrere tausend gelbe Plastikmännchen aufgebaut, die je für eine Klimaunterschrift stehen, und sammelt weitere Unterschriften für seine Kampagne. Greenpeace entlarvt die PR-Aktion als reine Volksverkohlung: Denn während Vattenfall die Verbraucher zum Handeln für den Klimaschutz auffordert, investiert das Unternehmen Milliarden Euro in den Bau klimaschädlicher Kohlekraftwerke.

9. November, Bahnhof Wörth / Rhein:
Mit einer wärmeempfindlichen Infrarotkamera hat Greenpeace den Atommülltransport von La Hague in Richtung Zwischenlager Gorleben an der französischen Grenze fotografiert. Die Fotos geben Hinweise darauf, dass Wärme und demnach eine gefährliche radioaktive Strahlung von den französischen Behältern (TN 85) ausgeht, in denen hochradioaktive abgebrannte Brennstäbe lagern. Die Infrarotkamera stellt unterschiedliche Temperaturen durch verschiedene Farben dar. Bei den TN 85 handelt es sich um eine neue Generation von Castor-Behältern, die im Vergleich deutlich mehr Neutronenstrahlung freisetzen als die alten Behälter.

19. November, Mannheim:
Feuriger Protest. Vor einem Steinkohlekraftwerk bei Mannheim entzünden Greenpeacer ein 3x3-Meter großes CO2-Zeichen und mahnen: Kohlekraft verheizt das Klima
. Der Protest richtet sich gegen den Neubau eines Blocks 9 im Kraftwerk, der jährlich drei Millionen Tonnen CO2 ausstoßen und damit Klimafolgekosten in Höhe von 24,6 Milliarden Euro verursachen wird. Ein am 27. November in Warschau veröffentlichter Greenpeace-Report beziffert die weltweite Schadenshöhe durch Kohleverstromung auf 360 Milliarden Euro. Ein Drittel des weltweiten Ausstoßes von CO2 geht auf das Konto der Kohle, Tendenz steigend. Für Deutschland haben die Umweltschützer einen Gesetzesentwurf zum Ausstieg aus der Kohleverstromung vorgelegt. Es könnte den Rechtsrahmen bieten, Energiekonzernen den Neubau von Kohlekraftwerken aus Klimagründen zu untersagen. Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, bis 2040 aus der Kohlekraft auszusteigen.

9. Dezember, Tokio:
Protest für die Freilassung der Greenpeace-Aktivisten Junichi Sato und Toru Suzuki im Zentrum von Tokio. Brigitte Behrens (rechts), Geschäftsführerin von Greenpeace Deutschland, und sieben weitere Greenpeace-Chefs aus den Büros Niederlande, Brasilien, Australien, Schweiz, USA, Nordic und Japan erklären Ihre Solidarität für die beiden Japaner, die unschuldig vor Gericht stehen. Sato und Suzuki hatten im Sommer den illegalen Handel von Walfleisch aufgedeckt und eine Kiste Fleisch als Beweismaterial sichergestellt. Wegen angeblichen Diebstahls wurden sie verhaftet, und nun drohen ihnen bis zu zehn Jahre Haft. Behrens und ihre Kollegen reisten stellvertretend für weltweit Tausende Menschen nach Tokio, die genauso schuldig oder unschuldig sind wie Sato und Suzuki - weil sie Wale schützen. Ihr Motto: Arrest me too!
(Verhafte auch mich!
). Wenn die beiden ihren Einsatz für den Schutz der Wale mit Gefängnis büßen müssen, müsste man mich und viele andere Menschen ebenfalls einsperren
, sagt Brigitte Behrens.

10. Dezember, Cottbus / Jänschwalde:
Greenpeacer demonstrieren im Braunkohletagebau Jänschwalde gegen die weitere Nutzung dieses extrem klimaschädlichen Energieträgers. Sie stellen sich direkt vor die Maschine und breiten ein 35 mal 15 Meter großes Banner mit der Aufschrift STOP
vor den Schaufeln des Abraumbaggers aus. Mit ihrer Aktion unterstützen sie das Volksbegehren gegen neue Braunkohletagebaue in Brandenburg. Wegen seines hohen Anteils an Braunkohlestrom liegt das Bundesland derzeit auf dem unrühmlichen Platz eins der Liste zum Pro-Kopf-Treibhausgasausstoß. Auf jeden Brandenburger kommen über 20 Tonnen CO2 pro Jahr, mehr als doppelt so viel wie im Bundesdurchschnitt. Greenpeace fordert von den europäischen Regierungen den Ausstieg aus der Kohlekraft bis spätestens 2040.