
8. Mai, Berlin:
Greenpeacer entrollen einen überdimensionalen Geldschein auf der Treppe des Berliner Reichstags. Die Note zeigt die ungewöhnliche Zahl von zwei Milliarden Euro und das Gesicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Unter dem Motto Urwaldschutz ist Klimaschutz
fordert Greenpeace die Bundesregierung im Vorfeld der UN-Biodiversitätskonferenz (CBD, Bonn) auf, jährlich zwei Milliarden Euro für Urwaldschutzgebiete zu investieren. Urwälder sind nicht nur die Heimat unzähliger Tier- und Pflanzenarten, sondern als riesige CO2-Speicher auch wichtig für die Bewahrung unseres Klimas.

19. Mai, Bonn:
Zum Auftakt der UN-Biodiversitätskonferenz (CBD) in Bonn demonstrieren 500 Kids for Earth aus Spanien, Holland, Brasilien, der Schweiz und Deutschland für den Urwald- und Klimaschutz. Sie haben sich fantasievoll verkleidet und geschminkt, gehen als Urwaldtiere, Bäume und Schmetterlinge. Auf der Haupttribüne des Konferenzgeländes werden die jungen Greenpeace-Aktivisten von Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) empfangen. Sie überreichen ihm 30 Säcke Post für Sigmar mit den Unterschriften von 115.000 Bürgern, die von der deutschen Regierung mehr Urwald- und Klimaschutz fordern.

27. Mai, Bonn:
Mit einem brennenden Baumstumpf warnen Greenpeace-Aktivisten auf dem Rhein in Bonn vor der Zerstörung der letzten Urwälder. In Begleitung von Schlauchbooten treibt das fünf Meter hohe Feuer-Mahnmal auf einer Schwimmplattform am ehemaligen Bundestag vorbei, wo Kanzlerin Angela Merkel das Ministertreffen der UN-Biodiversitätskonferenz eröffnen wird. Der Stumpf stammt von einem illegal im Amazonas-Regenwald gefällten Baumriesen der Sorte Angelim Vermelho, die bis zu 50 Meter hoch wachsen kann. Arbeiter hatten das Holz achtlos zurückgelassen. Die Botschaft Urwaldschutz ist Klimaschutz
ist auf Transparenten in sechs Sprachen zu lesen. Allein durch die Abholzung und Brandrodung von Urwäldern entstehen etwa 20 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen.

5. Juni, Stralsund:
Nicht gerade ein Spaziergang, ein 26 Meter langes, neun Tonnen schweres Blauwal-Modell durch die Gegend zu transportieren. Für die Ausstellung 1:1 Riesen der Meere im Ozeaneum Stralsund muss das größte Exponat auf einem Tieflader von der Fertigungshalle in Lüdershagen zum Stralsunder Hafen gebracht werden - teils durch enge Kurven und Gassen und zum Schluss über eine schmale Klappbrücke. Die Schwanzfluke und Flipper werden vorsichtshalber abmontiert. Brenzlig wird es beim Einzug ins Museum. In Millimeterarbeit schafft es der Gigant auf Rollen ohne Zwischenfälle und Blessuren in die Halle. Jetzt kommen Fluke und Flipper wieder dran, werden die Nahtstellen neu gespachtelt und lackiert, und eine knappe Woche später wird der Blauwal in seine Position knapp unter der Hallendecke gehängt.

25. Juni, Berlin:
Mit einer Mahnwache vor der japanischen Botschaft in Berlin fordert Greenpeace die japanische Regierung auf, die beiden in Japan inhaftierten Greenpeace-Mitarbeiter Junichi Sato und Toru Suzuki frei zu lassen. Die Umweltschützer hatten einen Schmuggel mit Walfleisch aufgedeckt und der japanischen Staatsanwaltschaft eine Kiste mit 23,5 Kilo Walfleisch überreicht, das Mitglieder der japanischen Walfangflotte für private Geschäfte unterschlagen hatten. Über 90 solcher Kisten wurden von der Crew der Fangflotte als persönliches Gepäck deklariert und illegal von Bord gebracht. Am 20. Juni wurden die beiden japanischen Greenpeacer nach Großrazzien im Greenpeace-Büro Tokio und in Privatwohnungen verhaftet. Zu diesem Zeitpunkt haben sich schon mehr als 130.000 Menschen weltweit per Online-Petition an den japanischen Premierminister Yasuo Fukuda für die Freilassung der Walschützer ausgesprochen.