
1. März, Hamburg:
80 Tage vor der Urwaldschutzkonferenz der Vereinten Nationen in Bonn (Convention on Biological Diversity, kurz: CBD) startet die Greenpeace-Kampagne Kids for Earth. Greenteam-Kinder und -Jugendliche gestalten ein Banner, das als Segel zwischen die Masten des Greenpeace-Schiffs Beluga II gehängt wird. An den Hamburger Landungsbrücken sammeln die zum Teil als Dschungeltiere verkleideten Kids Unterschriften. Sie fordern von der Bundesregierung, sich stärker für den Urwaldschutz einzusetzen. Ihre Botschaft: Urwaldschutz ist Klimaschutz
. An einer Bannermalstation können jugendliche Passanten ihren eigenen kreativen Beitrag zum Thema leisten.

19. März, Hamburg:
Aus Protest gegen die geplanten Kohlekraftwerke in Hamburg-Moorburg, Berlin und im sächsischen Boxberg stellen Greenpeace-Aktivisten dem Energiekonzern Vattenfall einen Dinosaurier aus rostigem Stahl-Schrott vor die Tür: Das fünf Meter hohe und eine Tonne schwere Urzeitmonster, das die Mitarbeiter der Hamburger Vattenfall-Zentrale erschrecken soll, steht für die unzeitgemäße und schmutzige Technik von Kohlekraftwerken. Schluss mit der Dinosauriertechnik. Kein Kohlekraftwerk Moorburg
mahnen die Banner der Aktivisten. Schon heute zählen die Vattenfall-Kohlekraftwerke zu Deutschlands stärksten CO2-Produzenten. Die Neubauten werden jährlich 18,2 Millionen Tonnen Kohlendioxid zusätzlich in die Luft blasen.

31. März, Kitzingen:
Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) hat durch eine Neuauflage des Gentechnikgesetzes die Entwicklung und Nutzung von Gentechnik in Deutschland erleichtert. Greenpeace-Aktivisten verurteilen Seehofers leichtsinnige Politik und protestieren gegen den ersten kommerziellen Anbau von Gen-Mais in Bayern, nahe Würzburg: Eines der angemeldeten Gen-Felder bei Fröhstockheim markieren sie mit Maisfratzen, ein anderes bei Kitzingen mit einem großen gelben Holzkreuz. Seehofer ist Genhofer - Mais wird giftig - Stoppt Gen-Pflanzen!
lautet der Aufruf von Greenpeace.

7. April, Berlin:
Greenpeace-Aktivisten protestieren vor dem Bundesumweltministerium gegen die Entscheidung von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, an der Beimischung von sogenanntem Bio-Sprit zum Kraftstoff festzuhalten. Der gesetzlich vorgeschriebene Anteil im Diesel der Konzerne Shell, Esso und Aral (derzeit circa 4 Prozent) besteht zu fast 20 Prozent aus Sojaöl. Für den Sojaanbau wiederum werden unter anderem in Argentinien riesige Urwaldgebiete gerodet. Die Befürworter der Beimischung argumentieren, der Einsatz von Agrosprit verringere den Ausstoß von Treibhausgasen. Doch nur aus dem gesamten Produktionsprozess - von der Vorbereitung der Ackerfläche bis zur Zapfsäule - lässt sich eine Klimabilanz ziehen: Unter dem Strich hilft Agrosprit dem Klimaschutz nicht.

23. April, Berlin:
Ein Mahnmal gegen Urwaldzerstörung: Greenpeace lässt ein zwölf Meter langes halb verkohltes Stück eines Tauari-Baums aus dem Amazonasgebiet um die halbe Welt reisen. Auch am Brandenburger Tor in Berlin wird der Torso ausgestellt. Er steht stellvertretend für Millionen Bäume, die jedes Jahr den Kettensägen und illegalen Brandrodungen zum Opfer fallen. Tauari-Bäume, die 30 Meter hoch werden können, sind bereits vom Aussterben bedroht. An die Bundesregierung richtet sich ein Banner in Form einer besonderen Banknote mit dem Konterfei der Kanzlerin Merkel. Greenpeace fordert, jährlich mindestens zwei Milliarden Euro in den Urwaldschutz zu investieren.

28. April, Berlin:
Eine neue Studie der OECD bestätigt, dass Agrosprit (Ethanol unter anderem aus Zuckerrohr, Mais und Weizen) keinen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann. Dass für neue Anbauflächen Urwald abgeholzt wird, ist dabei nicht das einzige Übel: Andere Flächen kommen der Nahrungsmittelproduktion abhanden, so dass die Lebensmittelpreise steigen und Hungersnöte in armen Ländern zunehmen. Unter dem Motto Brot statt Biosprit
fordern Greenpeacer vor den Berliner Parteizentralen von CDU und SPD eine neue Kraftstoffpolitik. Benzin und Diesel darf kein Agrosprit mehr beigemischt werden. Ein Stapel Brotlaibe vor einem Mercedes-Geländewagen veranschaulicht: Aus 100 Kilo Weizen lassen sich entweder 100 Brote backen oder knapp 40 Liter Ethanol herstellen. Ein großes Auto, das rund 13 Liter Sprit braucht, verschlingt demnach alle zwei Kilometer ein Brot.