
11. Juli, Stralsund:
Nach jahrelanger Vorbereitungszeit ist es soweit: Das neue Flaggschiff des Deutschen Meeresmuseums, das Ozeaneum, wird eröffnet. Zu den Highlights zählt die weltweit einzigartige Ausstellung 1:1 Riesen der Meere, die Greenpeace zusammen mit dem Meeresmuseum konzipiert und realisiert hat. In einer 20 Meter hohen Halle sind fünf Modelle von Meeresgiganten in Originalgröße zu sehen, ein Blauwal, ein Buckelwal mit Kalb, ein Schwertwal und eine Riesenalge. Später werden noch ein Pottwal und ein Riesenkalmar dazukommen. Licht- und Toneffekte simulieren Unterwasser-Atmosphäre. Schautafeln und Filme veranschaulichen die Lebensweise der Tiere und informieren über ihre Bedrohung. Zur Eröffnungsfeier ist auch Bundeskanzlerin Angela Merkel angereist. Unter den Walen beginnt der Festakt mit Walgesängen und klassischer Musik. Als Finale wird dem Museumsdirektor Dr. Harald Benke der Schlüssel übergeben.

17. Juli, München:
Greenpeacer protestieren in München vor dem Europäischen Patentamt, das gerade das Patent auf ein Schweinezuchtverfahren vergeben hat. Nach Recherchen der Umweltschützer beinhaltet dieses Patent nicht nur das Zuchtverfahren, sondern auch Ansprüche auf die Tiere selbst. Schon seit einigen Jahren kritisiert Greenpeace die Erteilung von Patenten im Bereich Gen- und Biotechnologie - wie auf diesem Bild zu sehen, das 2005 vor dem Münchner Patentamt aufgenommen wurde. Pflanzen, Tiere, Gene und menschliche Körperteile werden wie technische Erfindungen behandelt - ein Bruch ethischer Tabus. Greenpeace fordert von der Politik: Kein Patent auf Leben!

23. Juli, Berlin:
Bei einer Pressekonferenz in Berlin präsentiert Greenpeace ein Reformkonzept zur Dienstwagenbesteuerung. Im Stil einer Automobil-Messe werden drei unter rotem Tuch versteckte Fahrzeuge auf Podesten feierlich enthüllt: Zum Vorschein kommen typische Geschäftswagen - ein Mercedes S500, ein Audi A6 Avant und ein BMW 750i. Jedes Modell ist mit der Summe Geld markiert, die der Staat an Steuergeldern für einen solchen Wagen investiert, zum Beispiel rund 53 000 Euro für den Audi. Derzeit können Unternehmen die Anschaffungs- und Betriebskosten ihrer Fahrzeuge vollständig von der Steuer absetzen, gleich um welchen Fahrzeugtyp es sich handelt. Kein Wunder also, dass vor allem große schwere Limousinen gekauft werden - klimaschädliche Spritfresser. Es fehlen finanzielle Anreize, auf sparsame Fahrzeuge umzusteigen.

5. August, Berlin:
Greenpeacer werben vor dem Bundesfinanzministerium für eine klimafreundliche Reform der Dienstwagenbesteuerung. Sie fordern von Finanzminister Peer Steinbrück (SPD): Kein Steuergeld für Klimaschweine - Dienstwagenbesteuerung modernisieren!
Von einer Plakatwand grinst Deutsche-Bank-Vorstandschef Josef Ackermann: Danke Deutschland! 50.000 Euro für meinen dicken Daimler
, wird ihm in den Mund gelegt. Stellvertretend für den typischen Dienstwagen der Deutschen haben die Greenpeace-Aktivisten einen dicken Mercedes vor dem Gebäude geparkt - ein Auto, das viel Sprit verbraucht und CO2 ausstößt. Nach einem Konzept des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft für Greenpeace sollten Unternehmen und Dienstwagenfahrer, die auf sparsame Fahrzeuge setzen, in Zukunft steuerlich begünstigt werden.

26. August, Stuttgart:
Protest vor der Mercedes-Benz-Niederlassung am Stammwerk Stuttgart-Untertürkheim sowie auf dem Stuttgarter Schlossplatz gegen die klimaschädliche Firmenpolitik von Mercedes. Noch immer bilden Modelle, die viel Sprit verbrauchen und der Umwelt schaden, die Prestigeobjekte des Unternehmens. Genau solch ein Exemplar, einen Geländewagen der M-Klasse, bauen Greenpeace-Aktivisten mit rosa Farbe, Steckdosen-Nase, Schweineohren und Ringelschwanz zum Klimaschwein um. Sie rufen auf: Mercedes-Benz - Abspecken fürs Klima!

12. August bis 9. September, Sylter Außenriff:
Das Sylter Außenriff, ein rund 5000 Quadratkilometer großes Gebiet in der Deutschen Bucht, ist als EU-Meeresschutzgebiet Natura 2000 ausgezeichnet. Dennoch wird es täglich wirtschaftlich genutzt. Einerseits wird im Schutzgebiet Sand und Kies abgebaut, wobei in den schweren Saugbaggern unzählige Meerestiere umkommen. Andererseits durchpflügen Fischereiflotten mit Grundschleppnetzen den Meeresboden. Dabei ensteht viel ungewollter Beifang, auch Pflanzen werden mitgefischt oder zermalmt. Zum Schutz des Riffs hat Greenpeace 1000 tonnenschwere Natursteine organisiert, um sie an den Rändern des Gebiets zu versenken. Die Felsbrocken sind Gift für die Netze der Fischer. Aktivisten an Bord der Beluga II, der Argus und einem Lastschiff sind mehrmals tagelang im Einsatz. Schließlich wird die Aktion von der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Kiel gestoppt. Greenpeace fordert vom Bundesumweltministerium, dass Fischerei und Kiesabbau im Sylter Außenriff konsequent verboten werden.