
18. Januar, Autobahn A7:
Greenpeace-Aktivisten drosseln den Verkehr für den Klimaschutz. Dazu stellen sie an einem 25 Kilometer langen Abschnitt der A7 Verkehrsschilder auf: 120 - Klimaschutz
. Die Aktion findet bewusst im Wahlkreis von Sigmar Gabriel (SPD) statt, um den Bundesumweltminister in seinem Vorhaben zu unterstützen, ein verbindliches Tempolimit einzuführen. Auf zwei Dritteln der 12.300 Autobahnkilometer in Deutschland darf noch unbeschränkt gerast werden. Durch Tempo 120 ließen sich jährlich etwa drei Millionen Tonnen CO2 einsparen und die Zahl der Verkehrsunfälle deutlich senken.

21. Januar, Wattenmeer:
Greenpeace protestiert gegen Pläne der RWE Dea AG, im Nationalpark Wattenmeer nach Öl zu bohren. Der Energiekonzern vermutet in der Nähe der Sandbank Großer Knechtsand im Elbe-Weser-Dreieck, Niedersachsen, rund 15 Millionen Tonnen Rohöl. Hier bringen Aktivisten eine Boje aus mit der Forderung Keine Ölförderung im Wattenmeer!
. Um den einzigartigen Naturraum vor der deutsch-niederländischen Küste zu schützen, fordert Greenpeace einen gemeinsamen Antrag aller norddeutschen Bundesländer zur Aufnahme des Wattenmeeres in das UNESCO-Weltnaturerbe. Allein Hamburg sperrt sich zu dieser Zeit dagegen. Der Senat fürchtet um die Genehmigung der geplanten Elbvertiefung.

6. Februar, Hamburg:
Weckruf für Hamburgs Ersten Bürgermeister Ole von Beust (CDU). Greenpeace-Kletterer befestigen unterhalb des Hamburger Rathausbalkons zwei Banner, die fordern: Stopp Vattenfall in Moorburg
und Akteneinsicht jetzt!
Am Tag zuvor hatte der CDU-Senat eine von der Bürgerschaft beantragte Akteneinsicht zum geplanten Kohlekraftwerk in Moorburg schlicht verweigert. Die Bürgerschaft interessierte sich für Unterlagen zu den Senatsverhandlungen mit Vattenfall sowie für Gutachten über den Bau des Kraftwerks.

7. Februar, Hamburg:
Ende Januar stellt Greenpeace fest, dass staatliche Labors die Hälfte der bislang bekannten Pestizide nicht nachweisen können. Im Februar folgt der nächste Paukenschlag: Greenpeace veröffentlicht eine Studie mit einer Schwarzen Liste von 327 gefährlichen Pestiziden, von denen 168 in der Europäischen Union erlaubt sind. Einige der Substanzen, die auf Obst, Gemüse und Getreide gesprüht werden, können Krebs auslösen, die Fortpflanzung beeinträchtigen oder das Hormonsystem schädigen. Für die Studie wurden über 1000 der weltweit eingesetzten Spritzmittel unter die Lupe genommen. Greenpeace fordert Politik und Chemieindustrie auf, endlich Gesundheit und Umweltschutz Priorität einzuräumen.

21. Februar, Hamburg:
Zum Abschluss des Hamburger CDU-Wahlkampfs im Congress Centrum Hamburg ist auch Kanzlerin Angela Merkel zu Gast. Dies nimmt Greenpeace zum Anlass für eine laute Kritik zur verfehlten Klimapolitik sowohl der Bundesregierung unter Merkel als auch des Hamburger Senats unter Bürgermeister Ole von Beust. An der Fassade des Radisson Hotels, dem höchsten Hotel Hamburgs (108 Meter), entrollen Kletterer ein 15 mal 15 Meter großes Transparent: Merkel, von Beust: Klimaschutz predigen, Kohlekraft bauen: Was für eine Heuchelei!
Die Bundesregierung hatte angekündigt, die Treibhausgase bis 2020 um 40 Prozent senken, unternimmt aber nichts gegen den geplanten Bau von über 25 neuen Kohlekraftwerken, darunter in Moorburg bei Hamburg.