
11. September: Scheinlösungen für den Klimaschutz und mangelnde Innovation attestiert Greenpeace den Autoherstellern auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt. Noch immer wird bei der Entwicklung von Motoren, vor allem die Leistung der Fahrzeuge erhöht. Wie dagegen eine Trendwende zu sparsamer und intelligenter Technik im Automobilbau aussehen kann, hat Greenpeace bereits vor elf Jahren mit dem Konzeptauto SmILE (small, intelligent, light, efficient) vorgemacht: Der umgebaute Renault Twingo verbraucht nur halb so viel Benzin wie das ursprüngliche Serienfahrzeug. Das funktioniert durch einen kleineren, aber durch Hochaufladung und Hubraumverkleinerung extrem effizienten Motor, geringeres Fahrzeuggewicht und eine optimierte Aerodynamik. Ohne Mehrkosten oder Einbußen bei Fahreigenschaften und der Sicherheit ist das Konzept für Niedrigverbrauchautos mit vorhandener Technik umsetzbar.

24. September: Mit einer Installationstour durch deutsche Städte, in denen neue Kohlekraftwerke geplant sind, macht Greenpeace vor Ort sichtbar, wie stark das jeweilige Kraftwerk das Klima belasten wird. Ein rund drei Meter hoher Berg aus schwarzen Müllsäcken zeigt, welche Menge des Treibhausgases Kohlendioxid der Neubau in einer zehntel Sekunde ausstoßen wird. Auf den Säcken steht CO2
und Der gefährlichste Müll ist der, den wir nicht sehen
. In der Nacht protestieren die Umweltschützer mit einer Diaprojektion am zukünftigen Kraftwerksstandort gegen das Bauvorhaben. Tagsüber informieren sie über die Auswirkungen der Bauprojekte auf das Klima und Alternativen bei der Energieerzeugung. Die Umweltorganisation setzt auf kleine dezentrale Kraftwerke mit sogenannter Kraft-Wärme-Kopplung.
Oktober

1. bis 3. Oktober: Greenpeacer besteigen mehrere Kräne auf der Baustelle des Braunkohlekraftwerks Boxberg in der Oberlausitz. Sie protestieren gegen die Klimaschädigung, die der Energiekonzern Vattenfall mit dem künftigen Werk verursachen wird. Vattenfall: Baustopp! Klimaschutz statt Braunkohle
steht in 75 Meter Höhe auf einem Transparent am Kran.
Allein der Block R des Braunkohlekraftwerks Boxberg wird jährlich 4,4 Millionen Tonnen Kohlendioxid ausstoßen. Das entspricht den Kohlendioxidemissionen des mittelamerikanischen Staates Costa Rica. Mit CO2-Emissionen von 924 Gramm pro Kilowattstunde Strom wird das Kraftwerk das Klima mehr als doppelt so stark schädigen wie ein modernes Gaskraftwerk. Greenpeace hat deswegen beim Regierungspräsidium Dresden beantragt, die Ende 2006 erteilte Betriebsgenehmigung zu widerrufen und einen Baustopp anzuordnen.

21. Oktober: Als Protest gegen das vom Energiekonzern Vattenfall geplante Kohlekraftwerk Moorburg bei Hamburg pflanzen Greenpeacer 300 Rotfichten auf dem Baugelände. Mitglieder des Team50plus wollen mit der Aktion ein Zeichen für eine lebenswerte Zukunft ihrer Kinder und Enkelkinder ohne klimaschädliche Kohlekraftwerke setzen. Vattenfall: Klimaschutz statt Kohle - Stopp Moorburg
steht auf dem mitgebrachten Transparent. Das Moorburger Kraftwerk ist mit einer Leistung von 1600 Megawatt geplant und wird ab 2012 jährlich rund 8,6 Millionen Tonnen Kohlendioxid ausstoßen. Das ist doppelt so viel, wie die CO2-Emissionen des gesamten Verkehrs in Hamburg und ungefähr doppelt so klimaschädlich wie ein modernes gasbetriebenes Gas-und-Dampf-Kraftwerk. Zudem ist Moorburg durch die geringe Wärmeauskoppelung ineffizienter als das alte Kraftwerk Wedel, das es ersetzen soll.

29. Oktober: Greenpeacer und indonesische Umweltschützer stoppen mit dem Bau eines Dammes die illegale Entwässerung des Urwaldes für Palmöl-Plantagen auf Sumatra. Palmöl-Firmen brechen indonesische Forstgesetze, indem sie Torf-Wälder trocken legen, brandroden und für den Anbau von Palmöl nutzen. Indonesien setzt durch Urwaldzerstörung jedes Jahr 2,6 Milliarden Tonnen Kohlendioxid frei - mehr als die Emissionen von Deutschland, Frankreich und Großbritannien zusammen. Greenpeace richtet Anfang Oktober eine Urwaldschutz-Station auf Sumatra ein, um vor der UN-Klimakonferenz im Dezember auf Bali gegen die Zerstörung der Wälder aktiv zu werden. Schneller als jedes andere Land verliert Indonesien derzeit Waldflächen. Rund 51 Quadratkilometer Wald werden jeden Tag zerstört, das sind mehr als 300 Fußballfelder pro Stunde. Torfwälder in Indonesien speichern mehr Kohlenstoff als andere Landökosysteme.