
3. Juli: Zum Energiegipfel Braunkohle vor dem Bundeskanzleramt: Unmittelbar vor Beginn des Energiegipfels schichten Greenpeacer fünf Tonnen Braunkohle und 40 Atommüllfässer zu einem Wall an der Einfahrt des Bundeskanzleramts auf. Greenpeace richtet sich an die Bundeskanzlerin: Frau Merkel, stoppen Sie die Kohle- und Atomlobby, schützen Sie das Klima!
Die Barrikade symbolisiert, wie massiv die vier großen Energieversorger gegen den Atomausstieg und ambitionierte Klimaschutzziele vorgehen. Die Chefs der Konzerne kommen neben Vertretern energieintensiver Betriebe, Unternehmern aus der Branche der Erneuerbaren Energien sowie Fachleuten zu einem Energiegipfel ins Kanzleramt.

24. bis 30. Juli: Gegen die klimaschädigende Politik der deutschen Autohersteller protestieren Greenpeacer vor den Werken von Mercedes, Audi, BMW, Porsche und VW. Aktivisten bauen jeweils verschiedene Modelle der Autobauer mit rosa Farbe, Schnauze und Ohren zu Klimaschweinen um. Hinter den Fahrzeugen sind bis zu sieben Meter hohe und neun Meter lange Stoff-Wolken aufgeblasen, die den übermäßigen Kohlendioxid-Ausstoß der Autos symbolisieren. Daneben steht das SmILE-Auto von Greenpeace mit einem sehr viel kleineren Kohlendioxid-Sack. Es zeigt, wie mit heutiger Technologie der Spritverbrauch eines Serienfahrzeuges halbiert werden kann. Das bereits 1996 entwickelte SmILE-Prinzip funktioniert mit vorhandener Technik, ohne Mehrkosten und ohne Einbußen bei Fahreigenschaften und Sicherheit. Greenpeace fordert für die Autoindustrie einen verbindlichen CO2-Grenzwert von 100 Gramm pro Kilometer bis 2012.

27. Juli: Mit seinem Schiff Beluga II startet Greenpeace eine einmonatige Informationstour zum Bau geplanter Steinkohlekraftwerke. Die Route führt über deutsche Flüsse sowie Nord- und Ostsee. Die Beluga II legt im August in den Häfen von sechs Städten an, die als Standorte für neue Kohlekraftwerke vorgesehen sind. Es sind 24 neue Kohlekraftwerke mit einer Kapazität von 25.000 Megawatt bis 2012 in Planung. Sie werden die Atmosphäre jährlich mit zusätzlichen 147 Millionen Tonnen CO2 über Jahrzehnte belasten. Greenpeace will den Ausbauplan in dieser Form verhindern, weil er eine klimaschädliche und nicht zukunftsfähige Energieversorgung bis ins Jahr 2050 zementiert und damit unvereinbar mit den deutschen Klimaschutzzielen ist.
Besucher können sich auf dem Schiff über die Auswirkungen von Kohlekraftwerken auf das Klima und Alternativen bei der Stromerzeugung informieren. Abends wird der Al-Gore-Klimafilm Eine unbequeme Wahrheit in einer Open-Air-Vorführung gezeigt. Als Leinwand dient ein Transparent zwischen den Schiffsmasten.
August

25. August: Mit 600 gebündelten Ballons - sogenannten Clusterballons - steigt einer von weltweit nur drei Piloten für Greenpeace am Braunkohlekraftwerk Jänschwalde/Brandenburg auf, um gegen die Klimazerstörung zu protestieren. Die mit Helium gefüllten, schwarzen Ballons mit dem Aufdruck CO2
symbolisieren die nicht sichtbaren Abgase des Kraftwerkes.
Die Anlage in Jänschwalde zählt zu den fünf klimaschädlichsten Braunkohlekraftwerken Europas und ist die uneffizienteste Anlage des Energiekonzerns Vattenfall. Greenpeace fordert von der Bundesregierung, solche Neubauten nicht zu genehmigen. Trotz einer Modernisierung kommt das Kraftwerk nicht über einen Wirkungsgrad von 36 Prozent hinaus und wird die Atmosphäre mit knapp 25 Millionen Tonnen Kohlendioxid belasten.

29. August: Clusterballonflug über das Autobahnkreuz Hamburg-Maschen: Um für Greenpeace gegen die Klimazerstörung des Autoverkehrs zu protestieren, fliegt ein Pilot mit 800 gebündelten Ballons über einen der befahrendsten Verkehrsknotenpunkte Deutschlands. Die schwarzen Ballons des sogenannten Clusterballons mit dem Aufdruck CO2 symbolisieren die nicht sichtbaren Autoabgase. Der Autoverkehr verursacht in Deutschland zwölf Prozent des CO2-Ausstoßes. Greenpeace fordert Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) auf, für den Klimaschutz ein Tempolimit von 120 Stundenkilometern auf Autobahnen zu erlassen. Tiefensee hält sich in Hamburg auf, um über die Probleme der Hamburger Verkehrspolitik zu diskutieren.