
Bayerischer Fluss vergiftet
9. November: Greenpeace veröffentlicht die Ergebnisse von Recherchen, wonach die bayerische Alz hochgradig mit giftigen Chemikalien belastet ist. Der Industriepark Werk Gendorf leitet Perfluorierte Tenside (PFT) ein. Wasserproben zeigen die höchsten PFT-Werte, die jemals in deutschen Flüssen gemessen wurden. Auch das Trinkwasser in Gendorf weist Rückstände der Chemikalie auf, die zum Herstellen von Teflon-Pfannen und zum Imprägnieren verwendet wird. Um den Fluss vor weiteren Einleitungen zu schützen stauen 40 Aktivisten das Abwasser auf und pumpen es zurück auf das Werksgelände der Firma. Greenpeace erwartet von der Politik, dass sie der weiteren Produktion und Vermarktung von Risikochemikalien einen Riegel vorschiebt.

Siesta für die Tiefsee
20. November: Zwei Aktivisten hängen in einem Grundschleppnetz auf dem Gelände der spanischen Botschaft in Berlin. Sie protestieren damit gegen Spanien, das die UN-Verhandlungen für ein Sofortverbot der Grundschleppnetz-Fischerei auf Hoher See blockiert. Die Tiefsee ist eines der ältesten und artenreichsten Ökosysteme der Erde. Mit tonnenschweren Schleppnetzen wird der Meeresboden durchpflügt und zerstört. Mit der Aktion soll Spanien gedrängt werden, seine Blockadehaltung beim Meeresschutz aufzugeben.

Greenpeace enttarnt illegale Pestizidhändler
28. November: Greenpeace enttarnt nach sechsmonatiger Recherche ein Netz illegaler Pestizidhändler. Deutschlands größter Agrarhändler Raiffeisen und andere vertreiben in Süddeutschland und im Elsass giftige und verbotene Pestizide. Elf Händler verkauften an verdeckte Greenpeace-Ermittler ca. 100 Kilogramm illegaler Pestizide wie Bifenthrin, Malathion und Diethion. Ein Händler bietet sogar 10 Kilogramm E 605 zum Verkauf. Greenpeace stellt auf einer Pressekonferenz einen umfassenden Bericht, Filmmaterial und Kaufbelege zum Skandal vor. Die Gifte landen auf den Feldern und damit auch im Obst und Gemüse. Schutz bieten grenzüberschreitende Kontrollen und empfindliche Strafen für Händler und Landwirte, die solche Pestizide verkaufen oder einsetzen.

Seehofer in der Verantwortung
1. Dezember: Greenpeacer übergeben in Berlin 100 Kilogramm illegaler Pestizide an Bundesverbraucherminister Horst Seehofer. Das Gift stammt aus verdeckten Käufen bei Raiffeisen- und anderen Agrarhändlern vorwiegend in Süddeutschland. Die Politik verschließt seit Jahren ihre Augen vor Verkauf und Einsatz illegaler Pestizide im Obst- und Gemüseanbau. Greenpeace verlangt von Seehofer, sich für umfassende und effiziente Lebensmittelkontrollen einzusetzen und den kriminellen Pestizidhandel zu ahnden.

Warnung vor belastetem Fisch
8. Dezember: In wasserdichten Latzhosen protestieren Greenpeace-Aktivisten nahe dem Industriepark Gendorf im verseuchten Fluss gegen vergifteten Fisch: Achtung: Angler an der Alz! Fisch mit PFT belastet!
Das Unternehmen Dyneon entsorgt große Mengen an PFT in der Alz, obwohl es in Verdacht steht krebserregend zu sein und das Erbgut zu schädigen. Untersuchungen haben ergeben, dass sich die gesundheitsschädlichen perfluorierten Tenside (PFT) bereits in den Fischen des bayerischen Flusses angereichert haben.