
Den finnischen Urwald zu erhalten, der hauptsächlich für Produkte wie Kopierpapier und Zeitschriften vernichtet wird, ist 2005 ein wichtiges Ziel von Greenpeace. Nachdem Greenpeace im Frühjar eine Schutzstation im nordfinnischen Urwald errichtet und zusammen mit den Sami die ökologisch wichtigen Urwäldgebiete mit Schildern markiert hat, wird der Einschlag vorrübergehend eingestellt. Als im Oktober in Finnland erneut eingeschlagen wird, reagiert Greenpeace prompt. Die Proteste richten sich gegen den Papierhersteller Stora Enso, der den Urwald zu Zellstoff und Papier verarbeitet. Davon werden große Mengen nach Deutschland exportiert.
Im größten deutschen Einfuhrhafen für Papier aus Skandinavien, Lübeck, befestigen Kletterer ein Transparent: Stoppt Urwaldzerstörung, stoppt Stora Enso
. Mit der Aktion wollen die Greenpeacer auf die Ladung des Frachters Antares aufmerksam machen, der Papier aus finnischer Urwaldzerstörung nach Lübeck liefert. Bereits in der finnischen Hafenstadt Kemi hatten Aktivisten bei der Beladung des Schiffes protestiert. Greenpeace-Untersuchungen haben ergeben, dass der Einschlag im Urwald sogar gesetzlich geschützte Arten wie seltene Baumpilze zerstört. Für viele Sami in Nordfinnland ist die traditionelle Rentierhaltung mit frei umherziehenden Herden Lebensgrundlage und Teil der kulturellen Identität. Auch nach diesen Protesten von Greenpeace wird der Einschlag erneut in einem der umstrittenen Gebiete gestoppt. Ein langfristiger Schutz ist jedoch noch immer nicht erreicht, Grund für Greenpeace weiter für den Schutz der Urwälder zu kämpfen.
Der Bundestag betreibt ein doppeltes Spiel: Einerseits wird an einem Gesetz zum Schutz der letzten Urwälder gearbeitet, gleichzeitig werden in ein Verwaltungsgebäude des Bundestages in Berlin rund 500 Merantiholz-Fenster eingebaut. Merantiholz wird vorwiegend aus Südostasien nach Deutschland importiert. Dort werden durch den Einschlag die Urwälder vernichtet. Für die Fenster gibt es keine glaubwürdige Zertifizierung, die ihre unbedenkliche Herkunft belegen könnte. Greenpeace protestiert, der Bundestag dementiert. Weitere Recherchen in Indonesien belegen jedoch: Das Holz für die Fenster stammt sogar aus illegalem Einschlag, die nachträglich gelieferten Zertifikate sind gefälscht. Belangt werden kann dafür aufgrund fehlender Gesetze hier in Deutschland bisher niemand- Greenpeace fordert also weiter ein Urwaldschutzgesetz.