
Mit massiven Protesten reagiert Greenpeace im Spätsommer und Herbst 2005 auf die Pläne des Energiekonzerns RWE, in Neurath ein neues Braunkohlekraftwerk zu bauen. Vor dem RWE-Pavillon in Essen verbrennen Aktivisten in einem verrosteten Ofen symbolisch Milliarden von Euro und fordern ein Ende der Investitionen in klimaschädliche Braunkohlekraftwerke. Anfang Dezember harren Greenpeace-Aktivisten bei klirrender Kälte drei Tage und zwei Nächte auf dem Kühlturm des RWE-Braunkohlekraftwerks aus, um Europas Klimakiller Nr.1 von den Neubauplänen abzubringen.
Schon heute gehen über 150 Millionen Tonnen Kohlendioxid aus der Stromgewinnung auf das Konto von RWE. Damit ist der Konzern der größte Produzent von Treibhausgasen in Europa. Greenpeace verlangt vom Konzernmanagement, statt in veraltete Technik in Erneuerbare Energien und hocheffiziente Gaskraftwerke zu investieren.
Im Sommer macht das Greenpeace-Schiff SV Anna in fünf Städten entlang des Rheins fest. Auf ihrer Tour für eine Energierevolution in Europa kreuzt sie zwei Monate lang auf den Flüssen in Nord- und Osteuropa, dem Schwarzen Meer und dem Mittelmeer um über Auswege aus der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und Perspektiven für eine klimaschonende Energieversorgung zu werben.
Ende September präsentiert Greenpeace die Studie 2000 Megawatt - sauber!. Sie enthält ein wirtschaftlich rentables alternatives Investitionskonzept zu Neurath: Die Treibhausgas-Emissionen können mit einem zukünftigen Energiemix aus Erneuerbaren Energien und hocheffizienten Gaskraftwerken im Vergleich zum geplanten Braunkohlekraftwerk um 93 Prozent verringert werden.