
Ende Juli 2005 sticht das Greenpeace-Flaggschiff Esperanza von Halifax/Kanada aus in See. Zweieinhalb Wochen dokumentieren die Umweltschützer die Zerstörung durch Grundschleppnetz-Fischerei im Nordwest-Atlantik. Im Seegebiet der Grand Banks und des Flemish Cap, rund 1000 Kilometer südlich von Grönland, sind Fischbestände und Lebensräume wie Kaltwasser-Korallenriffe in Gefahr.
Die Fangflotten sind mit riesigen und tonnenschweren Grundschleppnetzen unterwegs, die den Meeresboden durchpflügen. Die Netze nehmen alles mit was sich ihnen in den Weg stellt: kein Fisch, keine Garnele kann ihnen entkommen - keine Koralle hat eine Chance am Boden zu verbleiben. Greenpeace dokumentiert, aber protestiert auch vor Ort mit Schlauchbooten und Schwimmern gegen die Verwüstung der Unterwasserwelt.
Aktivisten heften ein Banner mit der Aufschrift Tiefsee-Zerstörer
an die Wand des spanischen Trawlers Playa de Tambo, der mit Grundschleppnetzen Jagd auf Schwarzen Heilbutt macht. Dabei fängt er eine ungeheure Masse an anderen Meeresorganismen mit, die als so genannter Beifang meist tot wieder über Bord geworfen werden. Andere Aktivisten springen in die Bahn eines Fischers aus Estland und klammern sich an den Bug seines Schiffes. Die Lomur II fischt weiter, obwohl bekannt ist, dass sie wiederholt mit zu kleinen Maschenweiten gefischt hat und so gegen Fischereiabkommen verstoßen hat.
Da die Fischerei auf der Hohen See bisher entweder sehr schlecht durch regionale Fischereiabkommen oder gar nicht reguliert ist, richtet Greenpeace seine Forderung an die Vereinten Nationen (UN): Nur ein Sofortverbot der Fischerei mit Grundschleppnetzen auf der Hohen See kann die Tiefsee schützen.
Im November startet Greenpeace die bisher größte Meeresexpedition seiner Geschichte. Das Schiff Esperanza wird ein Jahr lang auf den sieben Weltmeeren unterwegs sein, um für einen umfassenden Schutz vor den diversen Gefahren zu werben: Greenpeace fordert Greenpeace fordert von der Internationalen Walfangkomission, sich aller Wale und aller Probleme anzunehmen sowie ein globales Netzwerk von Schutzgebieten, das mindestens 40 Prozent der Ozeane abdeckt und den Stopp, die Meer leerzufischen.