
Im März finden Greenpeacer eine noch nie dagewesene Belastung von Früh-Erdbeeren im Angebot der sieben großen Supermarktketten. 93 Prozent dieser Früchte enthalten Rückstände giftiger Spritzmittel. Im Laufe des Jahres deckt das EinkaufsNetz weitere Lebensmittelskandale auf, etwa illegale Pestizide in Johannis- und Stachelbeeren, starkt belastete Pfirsichen und Nektarien sowie gesundheitsgefährdende Tafelrauben aus dem Supermarkt. Doch statt gefährliche Pestizide zu verbieten, hat das Verbraucherministerium seit 2001 die Grenzwerte für 33 besonders gefährliche Pestizide sogar noch heraufgesetzt.
Verbraucher erhalten im April 2005 von Greenpeace mit dem Ratgeber Essen ohne Pestizide eine wertvolle Hilfestellung. Die Broschüre führt für die 48 wichtigsten Obst- und Gemüsearten auf, aus welchen Herkunftsländern besonders stark gespritzte Ware kommt und bei welchen mit geringeren Belastungen zu rechnen ist. Im November folgt eine wichtige Ergänzung in einem zweiten Ratgeber von Greenpeace Pestizide aus dem Supermarkt. In einem bisher einmaligen Großtest wird darin die Pestizidbelastung von acht wichtigen Obst- und Gemüsesorten der großen Supermarktketten einer kritischen Prüfung unterzogen und verglichen. Uneingeschränkt empfehlenswert ist nur Bio-Ware. Doch mit den Ratgebern gibt es jetzt auch für konventionell hergestellte Produkte eine wichtige Orientierung für den Einkauf.
Vor der CDU-Parteizentrale in Berlin demonstriert Greenpeace Mitte November zusammen mit Schwangeren gegen die Belastung des Körpers durch Chemie. Bis zu 300 Industriechemikalien aus Alltagsprodukten wurden bereits in der Muttermilch nachgewiesen. Aufschriften wie Mein Bauch ist kein Chemiestandort
tragen die Frauen auf ihren Bäuchen. Sie fordern die neue Bundeskanzlerin auf, sich für den Schutz der Gesundheit einzusetzen. Doch bei der Politik stoßen die Umweltschützer auf taube Ohren. Die einmalige Chance, mit der neuen EU-Chemikalienreform REACH Mensch und Umwelt wirksam zu schützen, wird im November vertan. Das EU-Parlament beschließt einen Gesetzesentwurf, der massiv zu Gunsten der Industrie abgeschwächt wurde. Damit gibt es auch weiterhin für über 90 Prozent aller Chemikalien keine Informationen über ihr Gefährdungspotenzial.