
Zum Auftakt der Internationalen Grünen Woche in Berlin im Januar stellt Greenpeace seinen Einkaufsratgeber Essen ohne Gentechnik vor. Der Schwerpunkt der 6. Auflage liegt auf Molkereiprodukten. Der Verbraucher erfährt in über 700 Bewertungen, bei welchen Produkten Gen-Pflanzen an die Tiere verfüttert werden und wo nicht. Rund ein Viertel der bewerteten Produkte kommt mittlerweile ohne Gen-Pflanzen aus.
Im Laufe des Jahres konfrontiert Greenpeace Firmen, welche die Verbraucherwünsche nach Essen ohne Gentechnik missachten. Mitglieder vom Team 50plus bringen Ende Februar Milch und Joghurt der Müller-Marke Weihenstephan zur Produktionszentrale. Sie kreiden dem Hersteller, Theo Müller, an, dass Milchkühe, die Milch für die teure Premiummarke geben, Gen-Futter fressen müssen. Im gleichen Monat stattet ebenfalls das Teams 50plus mit einer geGENtour deutschen Restaurants Überraschungsbesuche ab. Die Senioren informieren über Gen-Soja in Speiseölen, z.B. der Marke Sedina. Allein in Köln werden die Gen-Detektive in 27 Restaurantküchen fündig. Viele Köche sagen zu, auf gentechnikfreies Sojaöl umzusteigen.
Im Juni macht Greenpeace öffentlich, was der Gentech-Konzern Monsanto lieber im Verborgenen halten will. Per Gerichtsbeschluss bekommen die Umweltschützer Akteneinsicht und können so brisante Informationen zu dem Gen-Mais Mon863 öffentlich machen. Ratten die, mit dem Mais gefüttert wurden, erkrankten.
Im August deckt Greenpeace auf, dass Müllermilch und Campina/Landliebe Milch von Landwirten beziehen, die den Gen-Mais Mon810 anbauen. Greenpeace fordert die Molkerei-Unternehmen auf, sicher zu stellen, dass der genmanipulierte Mais nicht an die Milchkühe verfüttert wird. Dieses Jahr wurde in Deutschland Gen-Mais erstmals kommerziell angebaut. Dabei ließen sich aber nur wenige Landwirte auf die Risikotechnik ein und der von der Gen-Lobby propagierte großflächige Anbau fand nicht statt.
Auf einer Tour durch deutsche Städte informieren Greenpeacer die Bevölkerung über Gen-Mais im Tierfutter. Im Kreuzfeuer der Kritik stehen vor allem die Theo Müller GmbH & Co. KG und Campina/Landliebe. Verbraucher unterstützen die Proteste, indem sie sich mit Protestschildern fotografieren lassen. Der öffentliche Druck soll dafür sorgen, dass die Firmen endlich auf Futter ohne Gen-Pflanzen umsteigen.
Zur Freisetzung und kommerziellen Nutzung genmanipulierter Pflanzen veröffentlicht Greenpeace im November eine Studie: Das unterschätzte Risiko. Im Dezember findet dazu in Frankfurt ein Kongress statt, an dem neben Greenpeace das Freiburger Öko-Institut und das Blauen-Institut in Basel beteiligt sind. Internationale Wissenschaftler aus Deutschland, England, Frankreich, Italien, der Schweiz und den USA geben über ihre aktuellen Forschungsergebnisse Auskunft. Die meisten Experten äußern deutliche Sicherheitsvorbehalte gegenüber gentechnisch veränderter Saaten. Bisherige Vorstellungen von Vererbung und Gen-Regulierung müssten zu großen Teilen korrigiert werden.