
Im Februar protestieren Greenpeace-Aktivisten anlässlich des Besuchs von US-Präsident George W. Bush in Mainz gegen dessen Atomwaffenpolitik. Die Demonstranten warnen vor der Gefahr, dass die USA mit der einseitigen Durchsetzung ihrer Interessen die neuen Verhandlungen über den Atomwaffensperrvertrag zum Scheitern bringen und ein neues atomares Wettrüsten anheizen. Zur gleichen Zeit, zu der die Stretch-Limousine mit US-amerikanischen Flaggen über die Theodor-Heuss-Brücke Richtung Mainzer Schloss fährt, entrollen Schlauchbootfahrer unter der Brücke und Kletterer in großer Höhe am Hauptbahnhof ein Banner: No nuclear weapons in the USA and elsewhere - No more wars, Mr. Bush! - Greenpeace
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Zum Verhandlungsbeginn des Atomwaffensperrvertrags Anfang Mai in New York protestieren Greenpeacer vor dem Auswärtigen Amt in Berlin mit einem Atombomben-Modell, aus dem sich eine skelettierte Freiheitsstatue schält. Der Aufruf richtet sich diesmal gegen die US- und die deutsche Politik. Auf einem Banner steht: Herr Fischer, raus mit den Atombomben aus Deutschland - USA: Nukleare Abrüstung weltweit
. Denn in der Pfalz und in der Eifel lagern immer noch 150 US-amerikanische Atombomben mit einer bis zu 1000-fachen Zerstörungskraft der Hiroshima-Bombe. Auch Deutschland verstößt also gegen den an diesem Tag verhandelten Atomwaffensperrvertrag, indem es deutsche Flugzeuge und Piloten bei einem möglichen Atomwaffeneinsatz zur Verfügung stellt.
Bereits im April hatten Jugendliche von Greenpeace und der Heidelberger Initiative Aktion Völkerrecht im Auswärtigen Amt in Berlin einen symbolischen Schutzwall für das Völkerrecht errichtet: 8000 Holzklötze bilden eine fünf Meter lange Mauer. Jeder einzelne trägt die Unterschrift eines Jugendlichen oder Erwachsenen für die Abrüstung aller Atomwaffen und den generellen Verzicht auf Krieg als Mittel von Politik. Die Klötze werden nach der Aktion an die Konferenz in New York gesendet. Zusätzlich übergeben die Jugendlichen einen offenen Brief an Staatssekretärin Kerstin Müller.