
September:
12.9.: Zum Auftakt der Biotechnologiekonferenz (ABIC) 2004 in Köln kritisieren Umwelt- und entwicklungspolitische Organisationen die verantwortlichen Agrar- und Lebensmittelkonzerne, zu einseitig auf Vorteile der Gentechnik hinzuweisen. Die Agrarindustrie bekämpfe mit dem Einsatz von Gentechnologie Probleme, die sie selbst geschaffen habe. Mit ihrer Technologie werde sie landwirtschaftliche Probleme nicht lösen und auch die Ernährungssicherheit nicht verbessern. Die Teilnehmer der Alternativen Gentechnikkonferenz betonen, dass die große Mehrheit der Landwirte und Verbraucher gentechnisch veränderte Nahrung ablehne.
27.9.: Greenpeacer protestieren vor dem Verbraucherministerium mit drei übergroßen Äpfeln, in denen Giftspritzen stecken. Sie wollen die Greenpeace-Studie Pestizide am Limit
an Ministerin Künast übergeben. Die gesetzlich erlaubten Höchstmengen für Pestizidrückstände in Obst, Gemüse und Getreide sind in den letzten fünf Jahren in Deutschland massiv angehoben worden. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie, die das Greenpeace-EinkaufsNetz in Berlin vorstellt. Zu den zehn Pestiziden, bei denen die Grenzwerte am stärksten heraufgesetzt wurden, gehören acht besonders gesundheitsgefährdende Agrargifte. Diese Pestizide können Krebs auslösen, das Hormon- und Fortpflanzungssystem beeinträchtigen und Gewässerorganismen schädigen.
28.9.: 40 Prozent von Nord- und Ostsee müssen geschützt werden! Greenpeace-Schwimmer protestieren im Seegebiet des Bornholm Tiefs gegen die weitere Überfischung der Ostsee. Von Schlauchbooten aus springen vier Aktivisten vor dem Fischtrawler Glomfjord ins Wasser und halten Schilder hoch: Marine Reserves
(Schutzgebiete). Der Grund: Das Bornholm Tief ist das letzte verbliebene Laichgebiet für die vom Aussterben bedrohten Dorschbestände in der Ostsee. Die Region ist Teil der von Greenpeace geforderten großflächigen Schutzgebiete. Beispiele aus Neuseeland und den USA zeigen, dass Schutzgebiete zur Erholung der Fischbestände führen und der lokal ansässigen Fischindustrie zum Aufschwung verhelfen.
Oktober:
4.10.: Das Team50plus feiert sein zehnjähriges Bestehen: Vor genau zehn Jahren wurde 1994 in Hamburg das erste Team50plus gegründet. Kurze Zeit später folgen in vielen Städten weitere Teams. Beim Jubiläum blicken sie auf vielfältige Aktivitäten für Greenpeace, sei es bei Aktionen oder Öffentlichkeitsarbeit zurück: Sie kämpfen 1995 gegen die Versenkung der Ölplattform Brent Spar, protestieren beim französischen Generalkonsul gegen die Atomtests auf Mururoa. Großen Erfolg erreicht das Aachener Team, als es 2003 die Umstellung des Papierverbrauchs der Stadtverwaltung auf Recyclingpapier erwirkt. Auf der Grünen Woche informiert das Team50plus zur Grünen Gentechnik. Diese und viele weitere Beispiele zeigen, dass erfolgreiche Greenpeace-Arbeit keine Frage des Alters ist.
22.10.: Nach der Unterzeichnung des Klimaschutzabkommens von Kyoto durch Russland sieht Greenpeace nun die USA in die Pflicht genommen. Aktivisten protestieren mit einer Nachbildung der Freiheitsstatue vor dem amerikanischen Konsulat in Hamburg. Die Statue im Wasser symbolisiert den drohenden Klimawandel. Die Forderung an US-Präsident George Bush: Mach es wie Putin. Sag Ja zu Kyoto!
Die USA verursachen mehr als ein Viertel der klimaschädlichen Treibhausgase. Vor dem Austritt aus dem Kyoto-Protokoll wollten sie ihre Emissionen bis 2012 um sieben Prozent verringern, woran sich heute in der Regierung keiner mehr erinnern will. Im Gegenteil: Allein 2002 stiegen die Emissionen um 16 Prozent auf 5.749 Millionen Tonnen an.
28.10.:

Im Rechtsstreit mit dem Milchkonzern Müller erringt Greenpeace einen Sieg vor dem Oberlandesgericht Köln. Das Gericht entscheidet, dass bei Müllermilch ein von Gentechnik betroffenes Produkt vorliege
. Nach der Urteilsverkündung informieren Greenpeace-Gruppen vor Supermärkten in acht Städten über Gen-Futter für Kühe, deren Milch bei Müller verarbeitet wird. Sie stellen Kuh-Attrappen auf und spannen Transparente. Ein Versuch der Unternehmensgruppe Theo Müller, vor dem Richterspruch die einstweilige Verfügung zurückzuziehen, blieb wirkungslos.