
November:
7.11.: Regenbogen gegen Castor: Gegen den bevorstehenden Castor-Transport setzen im Wendland über 60 Greenpeace-Jugendliche mit einem großen Regenbogen aus Stoff ein Zeichen. Er symbolisiert das Tor zur Zukunft
der jungen Generation und steht an einer der möglichen Strecken, auf der der Atommüll aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague ins niedersächsische Zwischenlager Gorleben transportiert wird. Mit einem großen Schild Durchfahrt für Castoren verboten!
fordern die Jugendlichen aus Deutschland, Frankreich, den USA und der Schweiz Politiker aus aller Welt und insbesondere die Bundesregierung auf, die Atommüll-Transporte sofort zu beenden und nicht länger an ungeeigneten Endlagern festzuhalten.
9.11.: Aus Protest gegen die Gefahren der Atomenergie besteigen 20 Greenpeace-Aktivisten nachts einen 60 Meter hohen Förderturm auf dem Gelände des geplanten Endlagers Gorleben. Sie spannen ein Banner mit der Aufschrift Atommüll sicher lagern? - Hier sicher nicht!
. Mit Trauerbinden und einem großen Trauerflor bekunden die insgesamt 70 Umweltschützer Anteilnahme am tragischen Unfall in Frankreich, bei dem zwei Tage zuvor ein 21-jähriger Atomkraftgegner zu Tode kam.
10.11.: Greenpeacer aus der Slowakei, Tschechien, Ungarn, Österreich und Deutschland sichern alte und extrem giftige Pestizide aus der ehemaligen DDR in einem verrotteten Lager der Südslowakei: Auf dem Gelände eines ehemaligen Landwirtschaftskollektivs östlich von Bratislava lagerten seit Jahrzehnten vier Tonnen Toxaphen, Atrazin, Lindan und andere Krebs erregende und schwer abbaubare Gifte. Von ihnen ging eine große Gefahr für die Bevölkerung aus. Toxaphen ist durch die globale Stockholm Konvention über Dauergifte weltweit verboten. Durch die Aktion aufmerksam geworden, lässt die regionale Wasserbehörde die Brunnen untersuchen. Einen Tag danach sichert eine Fachfirma auf Anordnung des Umweltministeriums sämtliche 40 Fässer.
Dezember:
3. 12.: Gegen Patente auf Leben protestieren Greenpeacer mit 50 in Eisblöcken eingefrorenen Babypuppen vor dem Bundestag. Anlass ist die dortige Abstimmung zur Umsetzung der umstrittenen EU-Genpatentrichtlinie in deutsches Recht. Seit 1999 hat das Europäische Patentamt (EPA) in München über 1000 Patente auf menschliche Gene vergeben, unter anderem das so genannte Babypatent. Die zur Abstimmung stehende Gesetzesvorlage schränkt zwar Patente in Deutschland ein, die menschliche Gene betreffen. Sie hat aber keinen Einfluss auf die weitreichenden Patentvergaben des EPA. Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, sich in Brüssel für ein europäisches Verbot der Patentierung von Genen und Lebewesen einzusetzen.

6. 12.: Nikolause beim Milchkonzern Müller. An allen drei Molkereien der Unternehmensgruppe Theo Müller in Aretsried, Freising und in Leppersdorf verschenken als Nikolause verkleidete Greenpeacer beim Schichtwechsel Öko-Joghurts und Öko-Buttermilch an die Mitarbeiter. Die Milch für diese Produkte stammt von Kühen, die kein genmanipuliertes Tierfutter bekommen haben. Konzernchef Theo Müller und seine Mitarbeiter reagieren auf den friedlichen Protest mit Gewalt: In Aretsried entreißt Theo Müller einem anwesenden Fotografen die Kamera und zerschmettert sie. Einer seiner Angestellten verfährt mit einer zweiten Kamera ähnlich. In Leppersdorf greifen die Müller-Mitarbeiter zum Feuerwehrschlauch und spritzen die Greenpeacer bei Temperaturen um den Gefrierpunkt nass, obwohl sie sich außerhalb des Firmengeländes befinden.
24.12.: Weihnachtsfeier mit Tieren zum Jahresabschluss: Am Heiligen Abend um 16 Uhr veranstaltet der Tierpark Arche Warder - ein Projekt von Greenpeace - für und mit seinen Besuchern einen Gottesdienst mit Tieren. Nach umfangreichen Sanierungsmaßnahmen hatte der Tierpark bei Neumünster im Mai 2004 seine Tore wieder geöffnet und kann täglich, auch den ganzen Winter hindurch, besucht werden. Das Besondere an der Arche Warder: Dort werden seltene Haus- und Nutztierrassen gezüchtet, die vom Aussterben bedroht sind. Wichtig sind diese robusten und vielseitigen Tiere vor allem für die ökologische Landwirtschaft. Bei insgesamt 1100 Tieren aus 130 Rassen gibt es das ganze Jahr über sehr viel Nachwuchs: Den Anfang machen im Januar und Februar Lämmer und Zicklein.