
Mai:
13.5.: Protest gegen Frachter mit Gen-Soja aus Argentinien: Aktivisten in neun Schlauchbooten folgen dem Schiff auf der Weser und befestigten am Rumpf ein Banner mit der Aufschrift Gen-Soja: gefährlich, überflüssig, unerwünscht
. Die bis zu 26.000 Tonnen Gen-Soja-Schrot aus Argentinien sind für deutsche Futtermittel-Hersteller bestimmt, die versuchen, die Entstehung gentechnikfreier Märkte zu verhindern. Greenpeace fordert dagegen gentechnikfreie Ware zu fairen Preisen. Trotz der Proteste legt der Frachter im Hafen von Brake/Niedersachsen an. Bei dem Manöver werden zwei Schlauchboote der Umweltschützer zerstört, die Besatzung auf unverantwortliche Weise gefährdet. Greenpeace bricht daraufhin die Aktion ab.
27.5.: Für den Ausstieg aus der Braunkohle und den Ausbau Erneuerbarer Energien protestieren 50 Greenpeacer in der Tagebaugrube Hambach (Nordrhein-Westfalen). 25 Umweltschützer klettern auf einen 96 Meter hohen Schaufelradbagger und befestigen dort ein Transparent: Coal kills the climate!
(Kohle zerstört das Klima). Hambach fördert pro Tag rund 100.000 Tonnen Braunkohle, die in nahe gelegenen RWE-Kraftwerken verfeuert werden. Die Folge: mindestens 85.000 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid. RWE will zwei weitere Kraftwerke bauen und damit die Klimazerstörung für Jahrzehnte festschreiben. Greenpeace fordert den Konzern auf, den Kurs zu ändern und in klimafreundliche Energieformen zu investieren.
31.5. bis 4.6.: Auf der weltweit ersten Konferenz zur Förderung Erneuerbarer Energien renewables 2004
in Bonn demonstrieren rund 450 Jugendliche für eine Energiewende, darunter viele junge Greenpeace-Aktivisten. Auf der Konferenz geht es um die Energieformen der Zukunft: Sonne, Wind, Wasserkraft und Erdwärme schonen das Klima, da kein Kohlendioxid entsteht. Allerdings wird in Bonn nicht über die Privilegien für fossile und atomare Energie verhandelt. Diese ermöglichen weiterhin den Neubau klimaschädlicher Kohlekraftwerke.
Juni:
7.6.: Dieselruß macht krank: Mit Krankenbetten demonstrieren Greenpeace und die Initiative Kein Diesel ohne Filter unter anderem vor dem Kanzleramt in Berlin für Rußfilter in Dieselfahrzeugen. Die Umweltschützer weisen auf die Bürgeranliegen hin, vor dem krankheitserregenden Dieselruß geschützt zu werden. Anlass: ein bevorstehendes Gespräch zwischen Bundeskanzler Schröder und Umweltminister Trittin, bei dem den Belangen der Autoindustrie Vorrang gegenüber dem Gesundheitsschutz eingeräumt werden soll. Mitte Juli erklären sich Autoindustrie und Politik bereit, die Greenpeace-Forderungen zu erfüllen: Halter von Dieselfahrzeugen mit Rußfiltern sollen ab Januar 2005 steuerlich entlastet werden, spätestens ab Beginn 2009 will die deutsche Autoindustrie keine Pkws ohne Partikelfilter in Deutschland ausliefern.

8.6.: Wegen Verbrauchertäuschung leiten die Verbraucherzentrale Hamburg und Greenpeace ein Verfahren gegen die Marke Weihenstephan der Müller GmbH ein. Obwohl Milchkühe der Müller-Marke Weihenstephan mit ihrem Futter auch Gen-Soja bekommen, werden diese Produkte bundesweit mit dem irreführenden Begriff Alpenmilch
beworben. Verfüttert werden neben Gen-Soja auch Gen-Mais: Nach Greenpeace-Recherchen wächst Gen-Mais auf zwei Feldern eines Versuchsgutes bei München, dessen Milch an das Milchwerk der Molkerei Müller in Weihenstephan geliefert wird. Greenpeace-Aktivisten markieren die Gen-Äcker mit Absperrband.
23.6.: Greenpeace-Aktivisten stellen 20 lebensgroße Kühe in der Kölner Altstadt auf. Über Lautsprecher wird das Mega-Muh
aus Stimmen von über 6000 Menschen abgespielt. Seit Mai haben Verbraucher bei der Mitmachaktion Muhen gegen Müller ihre Stimme gegen Gen-Pflanzen im Tierfutter abgegeben. Der Grund der aktuellen Aktion: Die Theo Müller GmbH will vor dem Landgericht Köln eine einstweilige Verfügung gegen die Greenpeace-Aufklärungsarbeit zur Verwendung von Gen-Futter für Müllermilch durchsetzen. Greenpeace soll beispielsweise untersagt werden, im Zusammenhang mit Müllermilch bestimmte Begriffe zu benutzen. Die Müller GmbH bestreitet nicht, dass Gen-Futter von ihren Milchbauern eingesetzt wird.