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23.3.: Protest gegen den Import und Handel mit Holz aus Urwaldzerstörung: Greenpeace entdeckt im Bremer Hafen 1500 Kubikmeter indonesisches Sperrholz aus dubiosen Quellen. Darunter sind Firmen wie Barito Pacific und Korindo, die bekanntermaßen in illegale Abholzungen in Indonesien verwickelt sind. Von einem Verladekran entrollten Kletterer eine Leinwand mit Bildern von der Zerstörung der letzten Urwälder. Damit verlieren auch die Orang-Utans und andere bedrohte Tierarten ihren Lebensraum. In Indonesien werden Urwälder bis zu 90 Prozent ohne Genehmigung abgeholzt - ein Teil des Holzes gelangt auch nach Deutschland.
26.3.: Am Braunkohlekraftwerk Niederaußem (Nordrhein-Westfalen) protestiert Greenpeace gegen die Klimazerstörung durch Kohlekraftwerke. Auch die klimaschädliche Politik von Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement erfährt massive Ablehnung. Die Umweltschützer projizierten einen Totenkopf in die Abgaswolke des RWE-Kraftwerks und an einen Kühlturm den Spruch Kohle-Clement zerstört unser Klima
. Niederaußem stößt jährlich rund 30 Millionen Tonnen Kohlendioxid aus - so viel wie ganz Neuseeland. Clement möchte den Kohlendioxid-Ausstoß aus Kohlekraftwerken und Fabriken noch erhöhen. Greenpeace fordert von der Regierung, den Wirtschaftsminister zu stoppen und dafür zu sorgen, dass Deutschland seine Klimaschutzziele erreicht.
29.3.: Öko-Weizen statt Gen-Weizen! 130 Greenpeace-Aktivisten protestieren gegen die geplante Freisetzung von Gen-Weizen bei Bernburg in Sachsen-Anhalt. Auf den beiden von der Firma Syngenta beantragten Versuchsfeldern säen sie mehrere Tonnen Öko-Weizen aus. Sie stellen gelbe Warnschilder auf und markieren die vorbereiteten Versuchsflächen durch Absperrband. Mit den Versuchen würde erstmals Gen-Weizen in Deutschland angebaut. Im Herbst 2004 stellt Syngenta das Projekt Gen-Weizen in Deutschland ein.
April
5.4.: Über 100 Greenpeacer mauern die Türen des Europäischen Patentamtes in München symbolisch mit Eisblöcken zu, in denen Babypuppen eingefroren sind. Die Aktivisten protestieren gegen ein im November 2003 erteiltes Patent auf menschliches Leben. Dies umfasst menschliche Eizellen, Sperma und Embryonen, die nach einem bestimmten Verfahren tiefgekühlt und im Rahmen der künstlichen Befruchtung verwendet werden. Damit hat das Amt einen bisher einzigartigen Präzedenzfall geschaffen: Werdendes menschliches Leben wurde erstmals patentiert.
16.04.: In Begleitung eines als Sherlock Holmes kostümierten Aktivisten informieren Gen-Detektive von Greenpeace in einem der größten deutschen EDEKA-Märkte über die neue Kennzeichnung von genmanipulierten Lebensmitteln. Unter dem Motto Gentechnik - Augen auf, Hände weg
, erläutert Greenpeace Verbrauchern und Journalisten die neue Kennzeichnungsverordnung und ihre größte Lücke: Tierische Produkte müssen auch zukünftig nicht gekennzeichnet werden, selbst wenn genmanipuliertes Futter verwendet wurde.

30.4.: Wie viel Gentechnik wird bei der Erzeugung der Müllermilch eingesetzt? Die Anwälte der Unternehmensgruppe Theo Müller teilen Greenpeace mit, sie haben alles ihnen mögliche getan, um Gen-Pflanzen im Tierfutter ihrer Milchkühe auszuschließen. Doch Recherchen bei Vertragsbauern von Müller ergeben ein anderes Bild: Danach gibt es keine Kontrollen der eingesetzten Futtermittel durch Müller und keine entsprechenden Verträge zur gentechnikfreien Fütterung. Zudem findet Greenpeace in Futtermittel-Stichproben bei vier Müllermilch-Höfen einen erheblichen Anteil genmanipulierter Soja. Vor dem Werk in Aretsried/Bayern errichtet Greenpeace große Plakatwände mit Protestaufschriften.