
Juli:
9.7.: Gen-Detektive von Greenpeace kontrollieren Soja-Schrot der Ölmühle Mannheim auf Gentechnik. 30 Aktivisten fragen die LKW-Fahrer nach Lieferscheinen und Proben des Schrots, um ihn in Laboren untersuchen zu lassen. Über der Ausfahrt der Ölmühle hängt ein Transparent Achtung Verbraucher-Täuschung
. Der Betreiber, die Bunge Deutschland GmbH, verarbeitet nämlich ausschließlich gentechnikfreie Soja, kennzeichnet den größten Teil des daraus gewonnenen Schrots aber als genmanipuliert. Bunge hat dies telefonisch bestätigt. Lieferscheine und Labortests belegen dasselbe. Greenpeace fordert Bunge auf, weiterhin gentechnikfreie Ware zu verarbeiten, aber die systematische Falschkennzeichnung zu beenden.
21.7.: Auftakt der mehrmonatigen Deutschland-Städtetour des Hamburger Marktschreiers Fischfiete: Mit markanter Stimme und unterstützt von einer Marktschreierglocke lockt Fiete im Auftrag von Greenpeace Passanten an und informiert über die schlimme Situation in den Meeren vor den deutschen Küsten. Von seinem fahrbaren Verkaufsstand aus prangert er in über 50 verschiedenen Städten mit viel Hamburger Elan und frechen Sprüchen das Überfischen und Verschmutzen der Meere an. Seine Mitteilung an die Menschen: Schutzgebiete für die Nord- und Ostsee. Während Fiete auf die Meeresprobleme aufmerksam macht, können sich die Passanten aktiv für den Meeresschutz einsetzen.
31.7.: Im Rahmen der SolarGeneration-Kampagne wird auf verschiedenen Jugendfestivals ein Sprayerwettbewerb 'Write 4 Gold' zum Thema Klimawandel 2004 veranstaltet. In europaweiten Vorentscheidungen werden Sprayerteams ausgewählt, die auf dem Splash-Festival in Chemnitz gegeneinander antreten. Mit dabei ist dort auch der Greenpeace-Solar-Truck: Es gibt solargekühltes Wasser, eine Handyaufladestation und ein Gewinnspiel zum Mitdenken. Auf dem benachbarten See treten die Greenpeace-Jugendlichen (JAGs) bei einem Schlauchboot-Wettpaddeln gegen die Sprayer an. Mit 'Write 4 Gold' schaffen die JAGs unter ihresgleichen Engagement und Bewusstsein für die weltweite Klimaproblematik sowie die saubere Alternative: Erneuerbare Energien.
August:

6.8.: Eine symbolträchtige Begegnung von Beluga II und Beluga auf der Elbe: Greenpeace stellt das neue Aktionsschiff in Dienst und schickt das alte in den wohlverdienten Ruhestand. Die Beluga II ist ein moderner, 34 Meter langer Motorsegler nach dem Vorbild holländischer Plattbodenschiffe. Dieser Schiffstyp hat einen geringen Tiefgang, so dass die Beluga II europaweit auch Flüsse befahren kann. Ohne nachzutanken kann der multifunktionale Klipper 2000 Kilometer zurücklegen, unter Segeln sogar mehr. Der Bau nach ökologischen Standards des Blauen Engels wurde aus dem Nachlass Ilse Vormanns aus Düsseldorf finanziert, die Greenpeace in ihrem Testament bedacht hat.
17.8.: Mit rund 11.000 toten Meerestieren protestieren 25 Greenpeacer vor dem Brandenburger Tor in Berlin für die Einrichtung von Schutzgebieten in der Nord- und Ostsee. Die Umweltschützer präsentieren die Tiere auf einem 100 Meter langen Tisch, auf einem Banner steht: Leben ist kein Abfall
. Die toten Meerestiere waren von einem einzigen Fischkutter nach zwei Stunden Fangzeit in der Nordsee als Abfall aussortiert worden. Aktivisten an Bord des Greenpeace-Schiffes Esperanza hatten diesen so genannten Beifang, der bis zu 90 Prozent eines Fanges ausmachen kann, eingesammelt und dokumentiert. Jährlich sterben allein in der Nordsee rund 700.000 Tonnen Meerestiere als Beifang.
18.8.: Die Würde des Menschen ist unverkäuflich! Mit einer Tiefkühltruhe voller Babypuppen protestiert Greenpeace in Berlin gegen ein europäisches Patent auf menschliche Embryonen. Das im November 2003 erteilte Patent kann sowohl im Rahmen der künstlichen Befruchtung, als auch zum Klonen menschlicher Embryonen genutzt werden. Da der Nationale Ethikrat beraten will, ob dies nach seiner Sicht zulässig sein soll, übergeben Greenpeacer dem Vorsitzenden ihren Antrag auf Widerruf des Patentes. Das zuständige Europäische Patentamt in München hat ihn bereits erhalten. Greenpeace fordert den Ethikrat auf, Position gegen Patente auf Menschen, Tiere und Pflanzen zu beziehen und dem Patentrecht klare ethische Grenzen zu setzen.