
Januar:
14.1.: Gentechnik kann sich im Supermarkt nicht durchsetzen: Zu Beginn der Grünen Woche in Berlin stellt Greenpeace den bisher umfassendsten Einkaufsratgeber zu Essen ohne Gentechnik vor. Über 400 Firmen in Deutschland haben dem EinkaufsNetz, der Verbraucherorganisation von Greenpeace, versichert, ihre Produkte ohne Gen-Zutaten herstellen zu wollen. Sogar der Handelsriese Metro, der zuvor mit der Gen-Industrie eine Werbekampagne für Gen-Food starten wollte, überlegt es sich anders. Andere Hersteller wie Müllermilch wollen Gen-Zutaten in ihren Produkten nicht ausschließen. Mit dem Ratgeber erkennen Verbraucher, welche Hersteller sie meiden sollten. Spätere Auflagen geben auch zu Kennzeichnungslücken bei tierischen Produkten Auskunft.
17.1.: Greenpeace-Jugendliche zwischen 15 und 20 Jahren demonstrieren in der Kölner Innenstadt mit Straßentheater und Musik für den Urwaldschutz. Ihr Anliegen: Auf der im Februar stattfindenden UN-Konferenz zum Schutz der Urwälder und Meere in Malaysia (CBD) sollen die Politiker mehr Schutzgebiete für Urwälder und Meere einrichten und das rasante Artensterben bremsen.
27.1.: Greenpeace erhebt Einspruch gegen ein weitreichendes Weizen-Patent des Gentechnik-Konzerns Monsanto. Das Patent bezieht sich auf natürliche genetische Anlagen, die auch in einem von indischen Bauern herkömmlich gezüchteten Weizen vorkommen. Dadurch könnte Monsanto die Weiterzüchtung des besonders für Backwaren geeigneten Weizens blockieren. Greenpeace wirft dem Europäischen Patentamt und Monsanto vor, sich mit dem im Mai 2003 erteilten Patent wissentlich über gesetzliche Grundlagen hinwegzusetzen.
Februar:
7.2.: Greenpeace deckt bundesweit in Filialen der Baumarktketten Bauhaus, BayWa, Hagebau, Marktkauf, Obi, Praktiker und Toom einen Betrug auf: Fichtenholz aus russischer Urwaldzerstörung ist mit dem Logo Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft - Gewachsen in Deutschlands Wäldern
gekennzeichnet. Die Aktivisten markieren die gefundenen Hölzer mit Aufklebern: Betrug und Finger weg - Urwaldzerstörung. Nach den Skandalen kann Greenpeace die Sägewerke und Baumärkte im März überzeugen, die Ware aus den Regalen zu nehmen und kein Holz aus russischer Urwaldzerstörung mehr zu vermarkten. Greenpeace empfiehlt Verbrauchern Holz mit dem Öko-Siegel FSC.
13.2.: Zur UN-Artenschutzkonferenz (CBD) in Malaysia zeigt Greenpeace an vier Beispielen, dass sich Deutschland an der Zerstörung der Urwälder und am rasanten Artensterben mitschuldig macht. In Deutschland werden in öffentlichen Gebäuden vom Gefängnis bis zum Krankenhaus noch immer tropische Urwaldhölzer verbaut. In Hannover protestieren 20 Greenpeacer vor der niedersächsischen Staatskanzlei gegen die geplante Verwendung von tropischem Urwaldholz in einem Gefängnisneubau bei Göttingen.

20.2.: Beim Wahlkampfbesuch von Bundeskanzler Gerhard Schröder in Hamburg protestieren 100 Greenpeacer gegen den geplanten Export der Hanauer Atomfabrik nach China. Vor dem Congress Zentrum stehen die Aktivisten mit zwei 20 Meter langen chinesischen Tanzdrachen und Transparent: Schröder = Plutonium-Dealer. Keine Atomfabrik nach China!
Bundeskanzler Schröder hatte im Dezember 2003 signalisiert, dass er der Firma Siemens den Export der gefährlichen Plutoniumfabrik gestatten will. Greenpeace fordert, die Anlage zu verschrotten.