
Für Kinder unzugänglich aufbewahren
. Diese Greenpeace-Aufkleber tauchen im Herbst 2003 in vielen Supermärkten auf. Sie kennzeichnen Obst und Gemüse und warnen Kunden vor Pestizidrückständen. Gerade bei Kindern ist das Immunsystem noch nicht ausgereift. Generell können die giftigen Stoffe das zentrale Nervensystem schädigen, Allergien oder sogar Krebs auslösen.
Seit März hat Greenpeace wiederholt Obst und Gemüse getestet und mit mehr als 200 Untersuchungen nachgewiesen, dass in über 60 Prozent der konventionellen Ware aus deutschen Supermärkten Rückstände enthalten waren. Es wurden Mehrfachbelastungen festgestellt, die man getrost als Giftcocktail bezeichnen kann. Auch die Behörden sind mitverantwortlich: Eine Greenpeace-Studie untersucht 2003 die Lebensmittelüberwachung des Bundes und der 16 Bundesländer. Viele Länder werden mit mangelhaft
, Bremen und das Saarland sogar mit ungenügend
bewertet.
Greenpeace fordert Lebensmittel ohne Gift und Gentechnik. Handeln müssen insbesondere die großen Handelsketten. Denn verlangen Konzerne wie REWE, Metro, Edeka oder Aldi von ihren Zulieferern höherer Qualtitätsstandards, dann verbessert das den Obst- und Gemüseanbau. So würde auch der Biolandbau gestärkt, der ohne Chemie und Gentechnik arbeitet.
Schwarzes Schaf unter den Handelsketten war fast bis zum Jahresende Metro, der Mutterkonzern von Real, Extra und Kaufhof. Im Dezember kam dann die Wende: Die Metro-Group erklärte gegenüber Greenpeace den Verzicht auf Gentechnik in den Produkten ihrer Eigenmarken.
In Europa erteilen Verbraucher, Bauern und Umweltschützer genmanipulierten Produkten seit Jahren eine Absage. Das zeigt Wirkung: Der Agrar-Konzern Bayer CropScience kündigt 2003 an, keine Freisetzungsversuche mit Gen-Pflanzen mehr in Großbritannien durchzuführen. Monsanto, einer der weltweit größten Produzenten von Pestiziden und Gentech-Saaten, will sich mit seinem Getreidegeschäft aus mehreren europäischen Ländern zurückziehen.