
Im April und Mai macht Greenpeace auf die Zerstörung der Urwälder Finnlands aufmerksam und protestiert gegen den Handel mit Holz aus den letzten Urwäldern Afrikas. Aktivisten fordern den Schutz dieser Urwälder. Im Mai malen sie auf das Dach des Firmengebäudes Fritz Offermann, einer der größten deutschen Importeure und Verarbeiter von afrikanischem Urwaldholz den Schriftzug Urwaldfriedhof Offermann
und markieren das Holz.
Greenpeace Aktivisten protestieren auch bei der Deutschen Post gegen den Verkauf von Briefumschlägen, für deren Herstellung die letzten Urwälder Finnlands zerstört wurden. Die Post hat noch 2003 diese Umschläge aus dem Sortiment genommen und damit verantwortlich gehandelt.
Im Herbst findet eine sechswöchige Schiffs-Expedition im brasilianischen Amazonas statt, um dort auf die fortschreitende Urwaldzerstörung aufmerksam zu machen und Schutzgebiete für den größten tropischen Regenwald zu fordern. Sklaverei, Mord und illegaler Holzeinschlag im großen Stil zeigen ein alarmierendes Ausmaß der sozialen und ökologischen Konflikte.
Unberührte Urwaldgebiete werden im brasilianischen Bundesstaat Pará, die größte Holz exportierende Region des gesamten Amazonas, durch ein Netzwerk aus internationalen Holzkonzernen, Politikern und lokalen Mafia-Bossen vereinnahmt.
Auf der Frankfurter Buchmesse stellt Greenpeace eine andere Initiative vor: AutorInnen und Verlage für die Urwälder fordern mit den Umweltschützern verstärkten Einsatz von urwaldfreundlichem Papier im Buchdruck.
Die deutschen Buchverlage verarbeiten bisher vorwiegend Frischfaser-Papier. Nach Greenpeace-Recherchen wird für den deutschen Papiermarkt auch in den letzten finnischen, russischen und kanadischen Urwäldern eingeschlagen. Zum deutschen Start der Initiative haben unter anderen Elke Heidenreich, Michael Jürgs und Kirsten Boie erklärt, künftig Recyclingpapier für ihre Bücher zu verwenden, im Ausland Margaret Atwood.
Zum Auftakt der Ausstellungstour Bedrohte Giganten zeigt Greenpeace im November einen riesigen Urwald-Baumstumpf als Mahnmal für den Raubbau an den Urwäldern. Greenpeace setzt sich weltweit für Schutzgebiete ein, um die Artenvielfalt in Urwäldern zu retten. Denn die Situation ist verheerend: Rund 80 Prozent der einstmals großen Urwaldgebiete wurden bereits zerstört.