
Aufsehen erregende Aktion auf der Zugspitze: Im Juni platzieren Greenpeacer auf dem höchsten Berg Deutschlands einen 15 Meter langen aufblasbaren Wal. Anlass ist die in Berlin tagende internationale Walfangkommission (IWC). Fotos des Bergwales
erscheinen europaweit in den Medien und mit ihnen auch die zentrale Greenpeace-Forderung: Die IWC-Teilnehmer sollen endlich für umfassenden Schutz der bedrohten Tiere sorgen, statt über Abschussquoten zu streiten.
Denn Wale sind nicht allein durch die Jagd bedroht, sie sterben als Beifang in Fischernetzen, durch steigende Meeresverschmutzung und zunehmenden Unterwasserlärm. Die IWC muss alle Walarten schützen, auch die Kleinwale und Delfine. Doch die IWC endet ohne durchschlagenden Erfolg. Zwar können sich die Walfangbefürworter wie Norwegen und Japan nicht durchsetzen. Aber sie bekommen Schützenhilfe durch eine weitere Nation, die offiziell verkündet, künftig wieder auf Waljagd zu gehen: Ab 2004 will die einst berüchtigte Walfangnation Island jährlich 250 Großwale schießen, darunter 100 Minke-, 100 Finn- sowie 50 Seiwale. Alles angeblich zu rein wissenschaftlichen Zwecken.
Auch in Nord- und Ostsee sind Wale gefährdet. Hier sterben pro Jahr Tausende kleine Schweinswale als Beifang. Greenpeace fordert walschonende Fischereimethoden. In bestimmten Gebieten muss die Fischerei notfalls ausgesetzt werden, um die Schweinswale zu retten.
Ein riesiger, fünf Meter hoher, Urwald-Baumstumpf und die Nachbildung einer Wal-Fluke sind Teil der Ausstellungstour Bedrohte Giganten, die im Herbst mehrere deutsche Städte besucht. Greenpeace wirbt damit für weltweite Schutzgebiete, um die Artenvielfalt in Urwäldern und Ozeanen zu retten. Seit April 2003 ist die neue Greenpeace-Ausstellung Leere Meere im Sea Life Center Speyer zu sehen. Sie informiert über die weltweite Überfischung und ökologisch nachhaltige Alternativen. Mit einem Einkaufsratgeber gibt Greenpeace Tipps, welche Fische man mit gutem Gewissen kaufen kann; Fisch & Facts ist kostenlos bei Greenpeace zu bestellen.