
100 Aktivisten protestieren im Oktober auf dem Gelände des geplanten Atommüll-Endlagers in Gorleben. Die Umweltschützer haben einen Förderturm erklommen und befestigen dort ein großes Banner mit der Aufschrift: Erst wenn der letzte Tropfen Grundwasser verstrahlt ist, werdet ihr feststellen, dass Gorleben kein sicheres Endlager für Atommüll ist.
Gegen die Castortransporte gab es im November bundesweite Aktivitäten, über 60 Jugendliche des Greenpeace-Jugendprojektes SolarGeneration protestierten neben vielen andern. Sie wollen nicht, dass Politiker einfach über ihre Köpfe hinweg verantwortungslose Entscheidungen treffen. Zur Unterstützung konnten die jungen Umweltschützer die Rockgruppe Readymade für ein Konzert gewinnen.
Greenpeace fordert von der Bundesregierung, die Castor-Transporte in die Region zu beenden und den unsicheren Salzstock Gorleben als Standort für ein Atommüll-Endlager aufzugeben. Es besteht die Gefahr, dass der Atommüll dort langfristig das Grundwasser verseucht. Wissenschaftler warnen seit langem, dass es über dem Salzstock keine durchgehende Tonschicht gibt, die ihn vom Grundwasser trennt.
Dennoch halten Bundesregierung und Energieversorgungsunternehmen aus Geld-Gründen bis heute an diesem Standort fest: Die Energieversorger weigern sich, die Kosten für die Suche nach einem anderen deutschen Entsorgungsstandort zu tragen. Neue Kriterien für die Suche eines Endlagers hat die Bundesregierung zwar erarbeiten lassen, aber diese werden bis heute nicht umgesetzt.
Im November wurde das Atomkraftwerk Stade abgeschaltet, doch das ist nicht nur Grund zur Freude: Greenpeace begrüßte die angekündigte Abschaltung von Stade, denn jedes AKW, das vom Netz geht, reduziert die Gefahr eines schweren Atomunfalls. Aber das Problem ist mit der Abschaltung noch nicht beendet. Der Meiler hinterlässt ein gefährliches Erbe - 550 Tonnen hoch radioaktiver Abfälle, die noch Hunderttausende von Jahren strahlen.