
November
7.11.: Greenpeace-Gigantentour - einen riesigen Urwald-Baumstumpf und die Nachbildung einer Wal-Fluke zeigen die Umweltschützer in Koblenz zum Auftakt der Ausstellungstour Bedrohte Giganten. Der knapp fünf Meter hohe Baumstumpf und die drei Meter große Schwanzflosse eines Grauwals stehen als Mahnmale für den Raubbau an Urwäldern und Ozeanen. Greenpeace setzt sich weltweit für Schutzgebiete ein, um die Artenvielfalt in Urwäldern und Ozeanen zu retten.
9.11.: Mit bundesweiten Aktivitäten in 15 Städten und im Wendland protestiert Greenpeace gegen den bevorstehenden Castortransport ins niedersächsische Zwischenlager Gorleben. An der Demonstration in Dannenberg nehmen über 60 Jugendliche des Greenpeace-Jugendprojektes SolarGeneration teil. Die Umweltschützer fordern von der Bundesregierung, die Transporte ins Wendland sofort zu beenden und den unsicheren Salzstock Gorleben als Standort für ein Atommüll-Endlager aufzugeben. Es besteht langfristig die Gefahr, dass der Müll dort das Grundwasser verstrahlt.
10.11.: Der Tierpark Arche Warder für seltene und vom Aussterben bedrohte Haus- und Nutztierrassen bei Neumünster in Schleswig-Holstein bleibt erhalten: Die Umweltorganisation Greenpeace, die Umweltstiftung Greenpeace und der Trägerverein Tierpark Warder verständigen sich darauf, den 40 Hektar großen Tierpark gemeinsam zu betreiben. Bei seiner Gründung 1989 war Warder das erste deutsche Projekt dieser Art. Der unter wissenschaftlicher Leitung stehende Park beherbergt zurzeit etwa 1.100 Tiere von 150 Rassen. Alte Rassen wie Angler Rind, Moorschnucke oder Buntes Bentheimer Schwein sind heute eine notwendige genetische Reserve für viele Eigenschaften, die die hochgezüchteten Tiere der industriellen Landwirtschaft verloren haben.
Dezember
2. Dezember: Versuchskaninchen vor Metro-Zentrale fordern Verzicht auf Gentech-Nahrungsmittel: Denn rund 72 Prozent der Deutschen lehnen Gentechnik im Essen auch ab, wenn sie über das Tierfutter in Fleisch, Eier und Milch auf den Tisch kommt. Dies das Ergebnis einer neuen, von Greenpeace in Auftrag gegebenen Emnid-Studie von November 2003. Trotz dieser Ablehnung will das größte deutsche Handelshaus Metro im Gegensatz zu den meisten deutschen Lebensmittelherstellern Gentech-Produkte durchsetzen. Greenpeace fordert seit langem den Verzicht auf Gentechnik in Lebensmitteln und im Tierfutter.

5. Dezember: Greenpeace protestiert gegen den möglichen Export der Hanauer Plutoniumfabrik nach China mit einer Großbild-Projektion in Hanau. In chinesischen Schriftzeichen ist zu lesen: Gefahr!
, auf deutsch: Keine Atomfabrik nach China!
Greenpeace fordert von der Bundesregierung, den Export auf keinen Fall zu genehmigen. Die Plutoniumfabrik kann große Mengen waffenfähiges Plutonium verarbeiten, ist also ein Risiko für die internationale Sicherheit. Außerdem macht die Bundesregierung sich mit der Genehmigung möglicherweise strafbar: Ein von Greenpeace in Auftrag gegebenes Gutachten weist nach, dass bei der Genehmigung des Exports kein Ermessensspielraum bleibt. Der Export wäre ein Verstoß gegen das Außenwirtschaftsgesetz und gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz. Greenpeace fordert die rot-grüne Regierung auf, sich an die bestehenden Gesetze zu halten.
17. Dezember: Mit Schlauchbooten protestierte Greenpeace auf der Elbe gegen den Import von gentechnisch manipulierter Soja. Die Umweltschützer begleiten den Frachter Spar Topaz, der amerikanische Gen-Soja geladen hat. Diese soll in der Hamburger Ölmühle verarbeitet werden, und gelangt entweder direkt etwa als Lecithin auf den Teller der Verbraucher oder über den Umweg des Tierfutters in Fleisch und Milchprodukte. Greenpeace wirft dem Handelskonzern Metro vor, sich massiv für die Verbreitung solcher gentechnisch veränderten Lebensmittel einzusetzen.