
Leider musste ich in den vergangenen Wochen immer wieder lesen, dass die Erwartungen der Politiker an den Klimagipfel nicht besonders hoch sind. Angela Merkel hat sich nicht einmal dazu geäußert, ob sie sich für eine verbindliche Senkung der Treibhausgasemissionen der EU um 30 Prozent bis zum Jahr 2020 einsetzen möchte. Von Zusagen für die Finanzierung von Klimaschutzprojekten in Entwicklungsländern ganz zu schweigen. Anscheinend versuchen Merkel und Co die Bedeutung des Gipfels herunterzuspielen, um hinterher einen kleinen Hüpfer als rettenden Hechtsprung darzustellen ... Das ist bequem, man stellt sich als erfolgreich dar, und es kostet kein Geld.
Die Situation ist viel zu ernst für einen Klimagipfel der kleinen Kompromisse. Selbst die konservative Internationale Energie Agentur (IEA) geht davon aus, dass sich die Erde bei unveränderter Energiepolitik um durchschnittlich sechs Grad Celsius erwärmen könnte. Ein weiter so
hätte katastrophale Auswirkungen auf die Erde: Überschwemmungen, extreme Dürren, Abschmelzen der Gletscher und Zunahme von Klimaflüchtlingen sind nur Beispiele der Auswirkungen.
Wer in einer solchen Situation auf Atomkraft als Weg aus der Klima-Misere setzt, hat jeglichen Sinn für die Realität verloren. Würde man die Ausbaupläne der IEA für Atomkraftwerke umsetzen, müsste bis 2030 jeden Monat ein neues Atomkraftwerk ans Netz gehen. Das ist nicht nur technisch unmöglich, sondern auch riskant und gefährlich. Der erneute Atomunfall in Harrisburg zeigt deutlich, dass Laufzeitverlängerungen, wie von der Kanzlerin angedacht, gefährlich und keine Lösung sind.
Greenpeace hat in seiner Studie Energy (R)evolution aufgezeigt, wie man gleichzeitig aus der gefährlichen Atomtechnik aussteigen und die Klimaschutzziele erreichen kann. Bundeskanzlerin Merkel muss in Kopenhagen für ein starkes Klimaabkommen kämpfen. Ein Abkommen ohne Kohle- und Atomkraft. Noch haben wir die Möglichkeit gegenzusteuern und den Klimawandel abzuschwächen. Angela Merkel muss diese Chance nutzen!